Spielzeit 2009/2010|Landestheater Detmold

Kabarett-Gastspiel: Die Stachelschweine:|BESETZT! - Politik ist auch nur ein Geschäft

Wo hat man den besten Blick auf nackte Tatsachen und die ungeschminkte Kehrseite unserer Politiker? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Reformstau und Verstopfung? Und wo entstehen die Abgründe des politischen Geschäfts? Natürlich auf dem Abort der Nation, den Toiletten des deutschen Bundestages! – Genau hier in der politischsten Bedürfnisanstalt Deutschlands gehen „Die Stachelschweine“ in ihrem Programm „BESETZT! – Politik ist auch nur ein Geschäft“ auf kabarettistische Spurensuche und lüften dabei so manches brisante Geheimnis...
„Besetzt!“ wurde anlässlich des 55jährigen Jubiläums des Kabarett-Theaters „Die Stachelschweine“ im Jahre 2004 von der Berliner Regisseurin Tatjana Rese zusammen mit dem Comedy-Autor Volker Surmann entwickelt und wird jetzt in einer aktualisierten Version präsentiert. Im Mittelpunkt des Programms stehen der Klempner Ewald Völkner (Wolfgang Bahro), Toilettenfrau Renate Plebs (Anna Dramski) und Heiner Schulz (Oliver Trautwein) in ihrem Kampf gegen die Widrigkeiten von politischen und anderen Geschäften:
Renate Pleps ist BAFKDB, Bedürfnisanstaltsfachkfraft des Deutschen Bundestages und hat mehr als ein Problem: eine defekte Toilette und Antiterrorkommandos in der Kabine. Ewald Völkner war schon Hausmeister der Volkskammer, aber war er auch im Al-Kaida-Camp in Bad Schandau? Heiner Schulz, Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Paderborn-Land plagt eine ganz andere Sorge: seine Jungfernrede im Hohen Haus zur siebten Novellierung des Bundesklärschlammverordnung. Und dann ist zu allem sprichwörtlichen Überfluss auch noch dieser rätselhafte Besucher aufgetaucht...
Für die Vorstellung am Samstag, dem 13. März, um 19.30 Uhr im Landestheater gibt es noch Karten.

"Offene Zweierbeziehung" und "Der Boss vom Ganzen"|Die Premieren im März

Grafik zu "Der Boss vom Ganzen"

Zweimal Schauspiel steht im März im Premierenkalender. Und das bedeutet in diesem Fall, dass es zwischenmenschlich sehr kompliziert und schwierig und daher umso unterhaltsamer wird.

In "Offene Zweierbeziehung" (Premiere 10. März im Grabbe-Haus) kriselt es in der Ehe von Antonia und ihrem Mann. Er vergnügt sich anderweitig und erklärt ihre Beziehung deshalb kurzerhand für offen, d.h. Antonia ist dazu aufgefordert, tolerant und liberal auf seine Ausflüge zu reagieren. Sie könne ja das gleiche tun. Stattdessen droht Antonia mit Selbstmord, doch er bleibt ungerührt. Bis Antonia soweit ist, sich personell umzuorientieren, durchläuft sie die handelsüblichen Therapien, Töpferkurse und Diäten. Doch dann trumpft sie auf: eigene Wohnung, eigener Job, eigener Liebhaber. Und ihr Mann wird verrückt vor Eifersucht...
Mit spitzfindigen Dialogen nehmen Dario Fo und Franca Rame in "Offene Zweierbeziehung" den alltägliche Wahnsinn von Paarbeziehungen zwischen Besitzansprüchen, dem Wunsch nach Eigenständigkeit und Verlustängsten aufs Korn. Seit 1983 eines der meistgespielten Stücke auf deutschen Bühnen, beweist die Komödie einmal wieder, dass sich über nichts so gut lachen lässt, wie über die Absurditäten, die wir von uns selber am besten kennen.

Auch Ravn in "Der Boss vom Ganzen" (Premiere 19. März im Landestheater) hat es nicht leicht. Da hat er die kleine IT-Firma nach oben gebracht, aber all die kreativen Köpfe um ihn herum durften davon nichts wissen, sind sie doch viel zu sehr mit der Entwicklung neuer Programme und der Pflege der eigenen kleinen Macken und Gruppenrituale beschäftigt. Also hat Ravn all seine wichtigen Entscheidungen als Anweisungen des „Boss vom Ganzen“, einer erfundenen Figur im fernen Amerika, ausgegeben. Doch nun will Ravn verkaufen, und der „Boss“ muss dafür Gestalt annehmen. Ravn engagiert den arbeitslosen Schauspieler Kristoffer, der ohne Ahnung von Technik oder Gruppendynamik, aber mit ganz eigenen Vorstellungen von den Aufgaben eines Schauspielers in das seltsame Universum dieser Firma geworfen wird.
Lars von Trier, der mit seinen Filmen über Menschen in Ausnahmesituationen wie „Breaking the Waves“ oder „Dancer in the Dark“ berühmt wurde, hat sich hier der Absurditäten der Arbeitswelt und des Geschäftsgebarens angenommen. Regie führt Oliver Haffner.

Aktuelle Termine

11.03.2010 - 19:30 Uhr
Landestheater
Gräfin Mariza
11.03.2010 - 20:00 Uhr
Theater Hameln
Die Zofen
12.03.2010 - 19:30 Uhr
Kur- und Stadttheater Bad Salzuflen
Amphitryon

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