Sinfonie­konzert 3

Ravel - Messiaen - Debussy

Di 04 Juni
19:30 Ravel - Messiaen - Debussy Detmold, Konzerthaus der Hochschule für Musik
Tickethotline 0 52 31 / 974-803

DAS STÜCK

Werke impressionistischer und impressionistisch beeinflusster Komponisten stehen auf dem Programm des 3. Sinfoniekonzerts. Maurice Ravels »Le Tombeau de Couperin« (Das Grabmal Couperins), das den ersten Programmpunkt des Konzerts bildet, ist konzipiert als »Suite française für Klavier« und greift auf barocke Formen und Stile zurück. Maurice Ravel (1875–1937) setzt damit dem berühmten Komponisten und Cembalisten François Couperin ein künstlerisches Denkmal. Einen ganz anderen Charakter besitzt dagegen Ravels Klavierkonzert G-Dur aus dem Jahre 1932. Hier treffen Einflüsse des Jazz und der baskischen Volksmusik auf klassische Klavierkunst. Den Jazz lernte Ravel wohl durch in Paris gastierende Bands kennen, bei einer Konzerttournee durch Amerika im Frühjahr 1928 steigerte sich seine Begeisterung für dieses Genre. Der Musik des Baskenlandes, der Heimat seiner Mutter, fühlte er sich ohnehin stets verbunden. Beides prägt den Charakter seines G-Dur-Klavierkonzerts, das, wie Ravel einmal sagte, »im Geiste der Konzerte von Mozart und SaintSaëns« konzipiert ist: »aufgelockert und brillant … und nicht auf Tiefe und dramatische Effekte abzielen(d).« Mit Markus Becker konnte ein kongenialer Interpret für den Klavierpart dieses schillernden Konzerts gewonnen werden. Der vielfach ausgezeichnete Pianist lehrt an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und ist als virtuoser Jazz-Improvisator eine Ausnahmeerscheinung unter den klassischen Pianisten. Die dreiteilige sinfonische Meditation »Les Offrandes oubliées« (Die vergessenen Opfergaben) ist Olivier Messiaens (1908–1992) erstes aufgeführtes und veröffentlichtes Orchesterwerk. Die Partitur entstand 1930 und lässt sich als eine Art Gesellenstück des damals 22-Jährigen zum Abschluss seines Kompositionsstudiums bei Paul Dukas in Paris betrachten. Tief gläubig legt Messiaen dem Werk ein religiöses Programm zugrunde: Das Vergessen Gottes in einer sündenbeladenen Welt. Die drei Abschnitte des Orchesterwerkes assoziiert er mit den Teilen eines Altar-Triptychons und benennt sie »Das Kreuz«, »Die Sünde« und »Das Abendmahl«. Messiaens Erstling für Orchester zeichnet sich durch sinnliche Harmonik, ungewöhnliche Rhythmen und facettenreiche Klangfarben aus. Als Claude Debussy (1862–1918) im Jahr 1905 seinen dreiteiligen Orchesterzyklus »La Mer« der Öffentlichkeit präsentierte, war ihm damit zunächst kein Erfolg beschieden. Das Pariser Publikum reagierte enttäuscht: kein tonmalerisches Meeresrauschen, kein Sturmgeheul, kein Möwengeschrei… Doch darum ging es Debussy auch nicht, er wollte vielmehr den Charakter des Meeres einfangen, die Stimmungen am Meer zu verschiedenen Tageszeiten beschreiben und setzte dies mit seiner selbst entwickelten neuen Tonsprache um. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis das Werk von den Zuhörern begeistert aufgenommen worden ist. Heute gilt »La Mer« als zentrales Werk des musikalischen Impressionismus und ist eines der am häufigsten gespielten Stücke Debussys im Konzertsaal.

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Besetzung

  • Klavier Markus Becker
  • Musikalische Leitung Lutz Rademacher
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  • Symphonisches Orchester