© Marc Lontzek
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Die Prinzessin auf der Erbse [6+]

Musikmärchen von Ernst Toch mit Libretto von Benno Elkan nach Hans Christian Andersen (Coronagerechte Inszenierung)

Di 13 April
16:00–16:50 Musikmärchen von Ernst Toch mit Libretto von Benno Elkan nach Hans Christian Andersen (Coronagerechte Inszenierung) Gummersbach, Halle 32
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit Tickethotline 0 52 31 / 974-803

DAS STÜCK

Mindestabstand und Maskenpflicht, Angst vor Körperkontakt, Vermeiden von menschlicher Nähe: Das Coronavirus macht es der Liebe in diesem Sommer nicht leicht. Wie erzählt man auf der Bühne eine Liebesgeschichte, wenn Nähe und Berührung gefährlich sein können und ein Kuss im schlimmsten Fall tödliche Konsequenzen hat.

Die Handlung der Oper von Ernst Toch, deren Libretto Benno Elkan nach dem Märchen von Hans Christian Andersen verfasste, in aller Kürze: Der alte König hat große Sorgen. Sein einziger Sohn hat sich immer noch keine Braut gewählt, keine erscheint ihm gut genug, die Königin duldet nur eine wirkliche Prinzessin als Braut seines Sohnes. Aber wenn sich der Prinz nicht bald entscheidet, zu heiraten und Kinder zu bekommen, ist die Dynastie gefährdet. Noch während der Hofstaat darüber debattiert, wie es möglich wäre, den Thronfolger an die Braut zu bringen, taucht ein Mädchen auf, das behauptet, königlichen Geblüts zu sein und vor ihrer bösen Stiefmutter zu fliehen. Plötzlich ist der Prinz wie verwandelt und hat sich Hals über Kopf verliebt. Doch der Hofstaat ist skeptisch: Was, wenn nun die Fremde keine Prinzessin wäre? Um das zu überprüfen, schlägt die clevere Amme die Erbsenprobe vor: Unter einem Berg von Matratzen und Daunendecken, auf dem das müde Mädchen sich ausruhen soll, versteckt sie eine Erbse. Eine echte Prinzessin müsste diese sofort spüren und sich beklagen. Und siehe da, die Fremde kann nicht einschlafen und brüllt in ihrer Wut den ganzen Hofstaat zusammen. Endlich ist eine würdige Braut für den Prinzen gefunden, und alle preisen die Sensibilität seiner zukünftigen Frau.

Elkan und Toch erzählen in ihrer 1927 entstandenen Zeitsatire von einer Welt, in der Berührung und Zärtlichkeit eher als soziales Fehlverhalten verstanden werden. Ein alter König schützt sich durch Abstand vor der Welt, die Königin ist eher am Rang als an den menschlichen Qualitäten einer Schwiegertochter interessiert, eine Amme, die um ihren Einfluss auf den Prinzen fürchtet und der restliche Hofstaat kocht das eigene Süppchen um Einfluss und Privilegien. Social distance und Erstarrung, eine Umgebung, in der die Liebesgeschichte von Prinz und Prinzessin kaum aufblühen kann, doch beide finden den Weg zueinander. Die Premiere der „Prinzessin“ im März fiel Corona zum Opfer. In einer Umarbeitungsphase entstand eine modifizierte Inszenierung, die den geltenden Abstands- und Sicherheitsregeln Rechnung trägt, aber auch offensiv mit der Veränderung unseres Lebens umgeht. Der Inszenierung von Intendant Georg Heckel gelingt es mühelos, unsere neu erlebte Gegenwart und das Bühnengeschehen miteinander zu verbinden.

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Besetzung

Kritiken

Heckels Inszenierung bietet den Zuschauern insgesamt eine rundum gelungene Interpretation des traditionellen Märchens „Die Prinzessin auf der Erbse" – mit sehr viel spannender und lustiger Unterhaltung für Klein und Groß.
Lippische Landes-Zeitung

Eine tolle Inszenierung, die Bezug nimmt auf die Corona-Pandemie, die starke Sängerriege und das exzellente Orchester begeistern das Publikum.
kulturfeder.de

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