Foto © Marc Lontzek
Junges Theater

Stückentwicklung "Sterben kann jede" [14+]

Klassenzimmerstück über Rollen- und Stimmfachschubladen – eine andere Geschichte des Musiktheaters

Inszenierung: Jenni Schnarr
Text und Konzept: Anna Neudert und Jenni Schnarr

 

Der Tenor will die Sopranistin und der Bariton hat was dagegen. So in etwa lassen sich viele Opern der Operngeschichte zusammenfassen – Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Die Stimmhöhe bestimmt, welche Rollen man auf der Bühne spielen kann: Sopranistinnen singen Hauptrollen, können wahnsinnig gut sterben und bekommen am Ende Blumen auf die Bühne geworfen. Tenöre sind Helden und Baritone oft intrigante Bösewichte oder strenge Väter. Und was ist mit dem Mezzosopran? Gibt es einen Bass in der Oper? Und warum gibt es Hosen- aber keine Rockrollen? Frauen singen hoch und Männer tief und wir assoziieren bestimmte Stimmlagen nun mal mit bestimmten Rollen. Dazu kommen noch die ganzen alten Libretti, die ein ziemlich verstaubtes Frauen- und ein ziemlich breitbeiniges Männerbild haben. Dabei wäre doch gerade in der Musik viel Platz für Zwischentöne.

»Sterben kann jede« stellt die gängigen Rollen- und Geschlechterstereotype der Oper auf den Kopf und begibt sich auf die Suche nach der modernen Frau in der Oper – dieser faszinierenden und zugleich merkwürdigen Kunstform, in der die Darsteller*innen sich singend unterhalten und ihre innersten Gefühle in virtuosen Arien ausdrücken.

 

Premiere: Oktober 2020
Vorstellungen für Schulklassen: auf Anfrage unter jt@landestheater-detmold.de

 

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