Foto © Marc Lontzek
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Unser Beitrag zum Energiesparen

Die seit dem 1. September geltende „Kurzfristenenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung“ regelt Temperaturen und Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden. Was bedeutet das Wortungetüm konkret für das Landestheater Detmold?

Das historische Theatergebäude weist einige Besonderheiten auf. In den vergangenen Jahren ist durch den Landesverband Lippe als Gebäudebesitzer bereits in die Optimierung der Heizung investiert worden. Trotzdem sind einige Bereiche noch mit älterer Technik versehen und wir müssen uns in manchen Zusammenhängen „herantasten“, wenn es um die Änderung in der Regelung von Temperaturen geht. Erst einmal ist ja so ein Theatersaal zum Wohlfühlen und nicht zum Energieeinsparen geplant …

Wir werden grundsätzlich überall im Haus die geforderten maximalen 19° C umsetzen, allerdings gibt es auch Bereiche wie z. B. den Ballettsaal oder Künstlergarderoben, die wir etwas wärmer haben werden. Wer erhitzt von der Bühne kommt, möglicherweise leicht bekleidet oder als Tänzer sogar mit freiem Oberkörper, der braucht mehr als 19° C, das ist sonst einfach zu kalt, und die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen darf nicht gefährdet werden, so sieht es auch die Verordnung vor. Ähnlich ist es mit den Fluren, die nach der Verordnung gar nicht mehr beheizt werden dürfen. Die Flure sind der Arbeitsplatz der Schließer*innen während der Vorstellung. Die Kolleg*innen sind gleichzeitig Fluchthelfer*innen und müssen für den Evakuierungsfall an ihrem Platz sein, um innerhalb kürzester Zeit eine Evakuierung organisieren zu können oder etwa bei gesundheitlichen Problemen von Besucher*innen am Platz sein, um zu helfen.

Im großen Saal entwickelt sich eine eigene Thermik: der Bühnenturm ist über 20 m hoch und saugt die Luft – je nach Wetterlage und Außentemperatur - wie ein Kamin an. Der Saal wird durch einen Warmluftkeller erwärmt. In den vergangenen zwei Wintern haben wir durch die vorgeschriebene Belüftung einmal mehr erfahren, wie stark die Thermik im Haus, insbesondere im großen Saal ist. Werden die Türen z. B. bei der Ankunft einer Schulgruppe bei gleichzeitiger Öffnung der Portaltüren geöffnet, verschwindet die warme Luft in wenigen Minuten wie durch einen Schornstein. Andererseits wird der Zuschauerraum natürlich immer von allen Anwesenden „mitbeheizt“, wir sprechen ja nicht von einem leeren Raum. Also: Absenkung der Temperatur auf 19 Grad ja, und wir stellen uns darauf ein, dass Nachjustierungen nötig sein werden.

Als Zuschauer*in stellt man sich auf 19° C ein und zieht sich gegebenenfalls etwas wärmer an?

Genau das würden wir empfehlen. Wir stellen aber auch Decken zur Verfügung.

Der zweite Punkt der Verordnung ist die Beleuchtung. Wie ist da der Stand der Dinge?

Während der Vorstellung werden wir die Beleuchtung im Portalbereich und in den Umgängen anlassen, denn im Flucht- oder Evakuierungsfall muss man die Wege sehen können. Auch wenn wir keine Vorstellung haben, müssen wir eine gewisse Sicherheit z. B. unter den Säulen bieten; die Verordnung sieht das auch vor: „(…) wenn die Beleuchtung zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit oder zur Abwehr anderer Gefahren erforderlich ist …“ Wir planen deshalb gerade, die obere Portalbeleuchtung auszuschalten und nur noch die Wandbeleuchtung anzulassen, die Wege sind damit sicher ausgeleuchtet. Die Denkmalsbeleuchtung - das sind die im Boden vor den Säulen eingelassenen Leuchten - wird über die Stadt geschaltet, d. h. über die Straßenbeleuchtung. Auch rund ums Haus müssen wir dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz Theater sicher bleibt, dass also z. B. Orchestermitglieder oder Darsteller*innen abends nach den Proben, die gewöhnlich um 22 Uhr enden, nicht im Dunkeln das Haus verlassen müssen. Die Werbeanlagen werden wir wie vorgeschrieben von 22 bis 16 Uhr nicht mehr beleuchten.

Was bedeutet das für die allseits beliebte Weihnachtsbeleuchtung?

Reduziert aber effektvoll wird die weihnachtliche Beleuchtung am Landestheater durchgeführt: Statt der Umwicklung von sechs Säulen mit dem goldfarbenen LED-Leuchtvorhang werden nur zwei Säulen beleuchtet und die restlichen vier Säulen mit roter Folie umwickelt und zu jedem Adventssonntag ein weiterer Docht „entzündet“.

Wie sieht es zwischen Parkhaus und Theater aus?

Wir haben die Auskunft von der SVD bekommen, dass das Parkhaus schon vor Jahren komplett auf LED umgestellt wurde und nach aktuellem Kenntnisstand die Beleuchtung ganz normal weitergeführt wird. Das ist wichtig, da Parkhaus und Umfeld sowohl für Besucher*innen als auch für Mitarbeiter*innen einen besonderen Sicherheitsfaktor darstellen.

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