Premiere:
Dauer: ca. 90 Minuten ohne Pause

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Werther

nach Johann Wolfgang von Goethe

"Ich habe so viel, und die Empfindung an ihr verschlingt alles; Ich habe so viel, und ohne sie wird mir alles zu nichts." Als Werther eines Tages Lotte kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Werther liebt Lotte. Doch Lotte ist mit Albert verlobt. Aber liebt sie Werther nicht auch? Und mag Albert Werther trotzdem? Im kleinen Idyll Wahlheim seziert Werther seine eigne Gefühlswelt und bespiegelt diese in der Natur. Hoch empfindsam, berauscht, wortgewandt und reflexiv. In seinen Briefen erzählt er von Seelenräumen, packend in ihrer Bilderwucht, die quälende Sehnsuchtsgespenster werden. Werther schwelgt und schwärmt, umkreist die Angebetete und verliert sich am Ende im großen Gefühl. Der fanatische Rausch endet mit dem Suizid. Goethes weltberühmter Briefroman erzählt die Geschichte einer explosiven Leidenschaft. Diese berührende Tragödie über die Liebe ist zeitlos, überbordend und kraftvoll in ihrer Berufung auf das Gefühl: "Schämt euch, ihr Nüchternen! Schämt euch, ihr Weisen!"

 

Inszenierung: Charlotte Van Kerckhoven

Ausstattung: Tessa-Veronika Janus

 


Mit einer Bühneninszenierung von Johann Wolfgang von Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" präsentiert das Junge Theater "Kaschlupp!" einen nervenaufreibenden Psycho-Thriller. Großartig intensiv erweckten die Darsteller in der Premiere am Donnerstagabend den Roman zum Leben.

 

Werther, fragil und hochempfindsam verkörpert von Robert Will, ist als Tourist ein Außenseiter in der auf der Bühne inszenierten lateinamerikanischen Welt. In der Beziehung zwischen der von ihm angebeteten Lotte (fantastisch: Wenja Imlau) und ihrem verlobten Albert (großartig überzeichnend: Thomas Ehrlichmann) wird er zunehmend zum störenden Fremdkörper. Die Atmosphäre in den Dialogen zwischen den drei Protagonisten hat oft etwas herrlich Peinliches angesichts der ständigen Verlegenheit. Bald hat das exotisch anmutende Bühnenbild von Tessa-Veronika Janus etwas Bedrückendes, Dekadentes - ja, Morbides. Aber auch Witz und Ironie kamen in dem Stück trotz aller Tragik nicht zu kurz.

 

Der Text der Bühnenfassung - zusammengestellt und geschrieben von Regisseurin Charlotte Van Kerckhoven - überzeugt als eine gelungene Collage aus Alt und Neu. Werther tritt hier wie im Roman als Erzähler auf, und oft triefen seine Monologe vor bitterster Ironie(...) Die krankhafte Obsession Werthers spannte das Publikum merklich auf die Folter, die Inszenierung erklärte die unumkehrbare Seelenpein Werthers zum dramatischen Höhepunkt des Ganzen. Das Scheitern wird hier nur noch zu einer Frage der Zeit.

 

(...) "Werther" ist eine intime Studie der menschlichen Seele und des Miteinanders. Der Briefroman wurde schon 1774 nicht ohne Grund zum Erfolg: So ziemlich jeder kann sich mit den Qualen einer unerfüllten Liebe identifizieren. Nur: Gibt es eine Lösung für dieses jahrhundertealte, wenn nicht gar jahrtausendealte Dilemma? Die Inszenierung stellt diese Frage reichlich deutlich in den Raum.

 

(...)

 

"Werther" weiß keine Lösung aus dem Universal-Dilemma vorzuschlagen, aber bietet eine bestechende Analyse an, wie eng das Konstrukt und die Vorstellung von romantischen Beziehungen in unserer Gesellschaft ist. Das Stück identifiziert die Rollenverständnisse zwischen den Geschlechtern, Macht und Besitzergreifung als die Schuldigen in dieser Geschichte und weiß trotz allen intellektuellen Überbaus trefflich zu unterhalten. Die Inszenierung, die Darsteller, der Plot - das Stück "Werther" funktioniert.

 

Lippische Landes-Zeitung

 

  • Regieassistenz: Cara Schlieper
  • Soufflage: Cara Schlieper
Änderungen vorbehalten!
Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge!

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