Premiere: Freitag 13. April 2018, 19:30 Uhr Detmold, Landestheater
Dauer: ca. 145 Minuten mit 1 Pause

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Tosca

Melodramma in drei Akten von Giacomo Puccini

Liebe, Ehre, Verrat und Macht – "Tosca" ist ein Politkrimi um die namensgebende Titelheldin, ihren Geliebten, den republikanisch gesinnten Maler Mario Cavaradossi, und den reaktionären Polizeichef Scarpia. Die schöne und gefeierte Sängerin Tosca ist leidenschaftlich in Cavaradossi verliebt. Sie ist aber auch ein von heftiger Eifersucht geplagter Mensch und leicht zu manipulieren. Als ihr Geliebter, der sich gegen die Willkür des Staatsapparates auflehnt, den politisch verfolgten Cesare Angelotti versteckt, wird diese Eifersucht geweckt und von Angelottis Gegenspieler, dem skrupellosen Baron Scarpia, gnadenlos für eine Politintrige genutzt...

Giacomo Puccini weiß mit seiner Musik ein seelenvolles Bild der Titelheldin Tosca zu zeichnen – mit emotionaler Dichte und Leidenschaft. Er findet aber auch einen adäquaten musikalischen Ausdruck für die sich entfaltenden politischen Ränke und komponierte mit diesem Melodramma ein musiktheatralisches Meisterwerk über zwei Liebende, die an der unbarmherzigen Wirklichkeit zerbrechen.

Trailer

 

Musikalische Leitung: Lutz Rademacher

Inszenierung: Ernö Weil

Ausstattung: Karin Fritz

 

Einführungsmatinee: Sonntag, 25. März 2018, 11.30 Uhr, Industrie- und Handelskammer, Leonardo-da-Vinci-Weg 2

 


Beifallsstürme für einen großen Opernabend: Das Landestheater hat am Freitagabend Puccinis "Tosca" in einer beklemmend zeitnahen Fassung auf die Bühne gebracht. Erfreulich, dass Regisseur Ernö Weil auf eigenwillige Interpretationen verzichtete.

 

Das grausame Spiel vor dem Hintergrund eines historisch verbürgten Zeitgeschehens ist mit der Verlegung in die 1950er Jahre bedrohlich nahe an eine Gegenwart heran gerückt, in der alle Erscheinungen des politischen Verbrechens offen zutage treten. Faszination strahlt bereits die Bühnengestaltung von Karin Fritz aus. Eine unergründliche Tiefe bestimmt das Innere der Kirche Sant'Andrea dell Valle. Es herrscht diffuse, von Weihrauch geschwängerte Dämmerung, in der Madonnen- und Magdalena-Bild verschwinden. Das Rund im Hintergrund wandelt sich am Ende zu einem Bogen der Engelsburg.

 

"Schöne Stellen", die von Megan Marie Hart (Tosca) und Ewandro Stenzowski (Cavaradossi) makellos gesungen werden, sind bei dieser Oper in der Minderheit. Den größten Teil der Partitur bestreiten Passagen, in denen das unterschwellig Bedrohliche ebenso furchterregend anklingt wie das direkt Brutale und Gewalttätige. Generalmusikdirektor Lutz Rademacher arbeitet mit dem Orchester vor allem diesen dramatischen Naturalismus heraus. Eingezogen wird ein feierlich-pompöses Tedeum, bei dem Chor und Extrachor unter Francesco Damiani sowie die Detmolder Schlossspatzen unter Christiane Schmidt überzeugen. Und Puccini steuert noch Kirchenglocken, Gewehrsalven und Kanonendonner bei.

 

Megan Marie Hart ist eine hinreißende Tosca, für deren Erscheinung die seinerzeit von Christian Dior geschaffene Mode der Schößchenkostüme wie gemacht ist. In der von ihr verkörperten, erfolgreichen jungen Sängerin steckt ein naives Mädchen, das völlig im Bann seiner Liebe gefangen ist. Erfahrungen mit üblen politischen Machenschaften liegen jenseits ihres Horizonts. So stolpert sie innerhalb weniger Stunden in eine Situation, die ihr Leben rückhaltlos zerstört.

 

Ganz anders die Figur des von Ewandro Stenzowski engagiert verkörperten Malers Mario Cavaradossi. Er weiß sehr wohl, was sich in dem von Scarpia beherrschten Polizeistaat abspielt und scheut nicht davor zurück, mutig Stellung zu beziehen. Das kostet ihn letztendlich ebenfalls das Leben.

 

(... ) Sandor Balla ist ein stimmgewaltiger Polizeichef, ein Raubtier im Maßanzug. Während der erschütternden Lebensbeichte der Tosca verzehrt er unbeeindruckt sein Abendessen. Die Szene der Fast-Vergewaltigung gewinnt vor dem Hintergrund der derzeitigen "Me Too"-Debatte traurige Aktualität.

 

Zum Erfolg des Abends trugen auch die Darsteller kleinerer Rollen bei: Olli Rasanen als verfolgter Konsul Angelotti, Michael Zehe als umtriebiger Mesner. Beklemmend das Ende, wenn Polizeiagent Spoletta (hintergründig: Markus Gruber) die Leiche des Cavaliere hinter sich lässt und lächelnd in den Vordergrund schreitet. Denn immer wird es neue Scarpias geben.

 

Lippische Landes-Zeitung

 

 

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