Premiere: Freitag 22. September 2017, 19:30 Uhr Detmold, Landestheater
Dauer: ca. 175 Minuten mit 1 Pause

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Romeo und Julia

Tragödie von William Shakespeare

Die Stadt Verona leidet unter dem gnadenlosen Hass zweier Familien. Seit Generationen sind die Capulets und die Montagues entzweit. Gegenseitige Vorurteile und Feindbildertreiben eine gnadenlose Spirale von Gewalt und Gegengewalt an, die zahllose Opfer gefordert und Verona in bürgerkriegsähnliche Zustände versetzt hat. Als sich auf einem Maskenball Romeo Montague und Julia Capulet, Feinde qua Geburt, unsterblich ineinander verlieben, keimt in dieser Zeit des sinnlosen Blutvergießens für einen kurzen Moment Hoffnung auf. Könnte diese Verbindung nicht zur Versöhnung der Erzfeinde führen und ein Ende des Hasses bewirken? Die Liebenden kämpfen mit aller Kraft gegen die gesellschaftlichen Widerstände, doch die Fehde spitzt sich zu und es fließt noch mehr Blut in den Straßen Veronas. Während die Capulets Julias Hochzeit mit dem Grafen Paris forcieren, wird Romeo aus der Stadt verbannt und die Unglücklichen müssen erkennen, dass eine gemeinsame Zukunft aussichtslos ist.

In einem der ergreifendsten Dramen der Weltliteratur gehen Romeo und Julia lieber in den Tod als getrennt voneinander leben zu müssen. Seit mehr als 400 Jahren zieht William Shakespeares Meisterwerk das Publikum über alle Grenzen hinweg in seinen Bann und ist der Maßstab, an dem sich alle romantischen Liebesgeschichten messen müssen – bis heute.

 

Inszenierung: Martin Pfaff

Ausstattung: Mathias Rümmler

 

Einführungsmatinee: Sonntag, 17. September 2017, 11.30 Uhr, Bezirksregierung Detmold, Leopoldstraße 15

 


Kein rosenumrankter Balkon, keine Kapelle, keine Versöhnung. Dafür allgegenwärtige Gewalt und eine Sprache, die zwischen Zoten und reinster Poesie oszilliert.

 

Schauspieldirektor Martin Pfaff hat für Shakespeares meistgespieltes Werk die Nebenfiguren gestrichen und eine Schlegel-Übersetzung gewählt, der Frank Günther zeitgemässes Flair verpasste. Den Mittelpunkt der Bühne bildet eine riesige silberne Pistole vor pechschwarzem Hintergrund. Mathias Rümmler hat ein starkes Bild für den in Verona herrschenden Familienzwist gefunden. (...) Immer wieder bricht mit Urgewalt ein alles vernichtender Hass hervor. Das gilt für einen halbseidenen Adel, der orgiastische Feste feiert, ebenso wie für dessen nichtsnutzige Sprösslinge - testosteron-gesteuerte Krawallbrüder, bei denen die Pistole allzeit locker sitzt.

 

Lukas Schrenk, im Gegensatz zu seinen bunt schillernden Kumpanen von Anfang an schwarz gekleidet, ist als Romeo sensibler Liebender und wütender Berserker in einer Person. Abrupt weicht die poetische Sprache des erstmals wirklich Liebenden der heraus geschrienen Verzweiflung. Julia, ein kesser Rotschopf, der mit Hilfe seiner Amme (famos: Kerstin Klinder) schon einmal Zigaretten und Alkohol testet - wird übergangslos vom frechen Teenie zur rückhaltlos Liebenden. Nicola Schubert zeichnet glaubhaft eine Figur, die eher den Tod in Kauf nimmt, als ihrem Gefühl zu entsagen.

 

Hubertus Brandt und Hartmut Jonas als Romeos Gefährten Mercutio und Benvolio bilden gemeinsam mit ihm eine kleine Gang, wie sie später in Leonard Bernsteins "West Side Story" auftaucht. Sie balgen sich, streiten sich und halten eisern zusammen, auch als Romeo in Mordverdacht gerät. Holger Teßmann ist als Vater Capulet eher um den Wohlstand seiner Familie als um das Wohlergehen seiner Tochter besorgt. Ihm zur Seite steht Julias Stiefmutter, eine synthetische Schönheit mit nymphomanen Neigungen (Marie Luisa Kerkhoff).

 

Stephan Clemens verwandelt sich vom kämpferisch brüllenden Tybalt später in Graf Paris, einen anrührend verzweifelnden Bewerber um Julias Hand. Und schließlich ist da Bruder Lorenzo (Jürgen Roth, mit Augenbinde blind wie die Liebenden für die Realität), der alles retten will und unfreiwillig doch nur Unheil anrichtet.

 

Konsequent in ihrer Liebe, verwandeln sich Romeo und Julia - wie später Tristan und Isolde bei Richard Wagner - in Geschöpfe der umhegenden, schützenden Nacht. Selbst unter der drohenden, riesigen Pistolenmündung scheint sie alles Gefahrvolle von ihnen fern zu halten. Ist Liebe stärker als der Tod? Man möchte es gern glauben. Doch am Ende liegen drei Tote im Schneetreiben. Und von Versöhnung ist keine Rede.

 

Lippische Landes-Zeitung

 

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