Premiere: Freitag 24. Februar 2017, 19:30 Uhr Detmold, Landestheater
Dauer: ca. 150 Minuten mit 1 Pause

Ticket-Hotline:
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Jephtha

Dramatisches Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel

»Was zu meiner Haustür heraus mir entgegen geht, wenn ich mit Frieden wiederkomme, das soll des Herrn sein, und ich will's opfern.«

 

Georg Friedrich Händels letztem Oratorium liegt eine Geschichte aus dem Alten Testament zu Grunde: Jephtha, Sohn des legendären Richters Gilead, wird aus dem Vaterhaus vertrieben und flieht ins Land Tob, wo er ein erfolgreicher War-Lord wird. Als die Israeliten im Streit mit Ihren Nachbarn in arge Bedrängnis kommen, erinnert man sich seiner und holt ihn als Oberkommandierenden der Streitkräfte ins Land zurück. Als Preis verlangt Jephtha im Fall eines Auftragserfolges die Berufung zum politischen Führer. Um sich Gottes Beistands zu versichern, schwört er einen fatalen Eid: »Was zu meiner Haustür heraus mir entgegen geht, wenn ich mit Frieden wiederkomme, das soll des Herrn sein, und ich will’s opfern.«

 

Er gewinnt den Krieg, bringt Frieden mit und der erste Mensch, der ihm entgegen kommt, ist seine Tochter. Den Eid mit seinen unabsehbaren Folgen macht Händel zum zentralen Thema seines Oratoriums über Liebe und Krieg, Willkür und fehlgeleitete Gottesfurcht.

Trailer

 

Musikalische Leitung: Lutz Rademacher

Inszenierung: Ute M. Engelhardt

Ausstattung: Petra Mollérus

 

Einführungsmatinee:

Sonntag, 19. Februar 2017, 11.30 Uhr, IHK, Leonardo-Da-Vinci-Weg 2

 

 

Premiere:

Freitag, 24. Februar 2017, 19.30 Uhr, Landestheater


"Kein Happy End, aber nicht ohne Hoffnung: Der Detmolder "Jephtha" hat das Zeug, seine Zuschauer zu berühren. Dass diese innere Anteilnahe, dass Humanität ein fragiles und stets gefährdetes menschliches Gut ist, hat Regisseurin Ute M. Engelhardt großartig herausgearbeitet. Ihr gelingt der Brückenschlag von alttestamentarischer Vorlage zum aktuellen Zeitgeschehen ohne Brechstange und Effekthascherei. Ammon oder Aleppo? Das nimmt sich nicht viel.

 

(...)

 

Ute M. Engelhardt erzählt die Geschichte ganz schlicht, nahezu unaufgeregt. Die zentrale Rolle in den Mauerresten einer zerstörten Stadt (Bühnenbild: Petra Mollérus) spielt dabei der - von Chordirektor Marbod Kaiser hervorragend einstudierte - Chor samt Extra-Chor des Landestheaters. Die Sänger verkörpern Menschen, die zu viel erlebt und gesehen haben. Zu viel Gewalt, zu viel Krieg. Dies sind die Menschen, unterwegs auf der verzweifelten Suche nach Frieden und Heimat, die wir täglich in den Nachrichtenbildern sehen. Die Regisseurin zeigt die Starre in ihrem Inneren in Form von Bewegungslosigkeit oder lässt sie in zähem Zeitlupen-Tempo agieren.(...)

 

Ute M. Engelhardt (...) zeichnet psychologische Profile und setzt auf starke Bilder. Noch gilt Jephtha als unangefochtener Heilsbringer, da lässt sie ihn sich bereits die Hände blutig machen. Dabei rettet er in dieser Szene eigentlich ein Leben. Das von Hamor, dem Geliebten seiner Tochter.

 

Diesen Hamor gibt Alin Deleanu nicht nur stimmlich, sondern auch darstellerisch herausragend. Er ist einer der beiden gebrochenen Charaktere dieser Inszenierung, spielt gegen den Text, der in seinem Rollenbuch steht. Die siegestaumelnde Schilderung der gewonnenen Schlacht singt er als zitternder, verstörter Kriegs-Traumatisierter. Simone Krampe als jugendlich-stimmige Iphis, Jephthas Tochter malt sich mit Hamor eine bessere Zukunft aus.

 

Wie alle Flüchtlinge der Weltgeschichte führt sie den Traum von Frieden, Haus und blühendem Garten im Handgepäck mit sich. Dann kommt der Bruch. Fast übereifrig adaptiert Iphis die Opferrolle, die ihr Vater für sie vorgesehen hat, tritt im Totenhemd auf die Bühne, und aus der zunächst fast heiteren Todes-Verherrlichung - Stichwort: Selbstmord-Attentäter - spricht spielerisch und stimmlich zunehmend der Wahnsinn.

 

Michael Zehes kraftvoller, eleganter Zebul, Lotte Kortenhaus als verzweifelte Mutter Storge, die dem religiösen Wahn ihres Mannes letztlich nichts entgegensetzen kann: Für all das bereiten Generalmusikdirektor Lutz Rademacher und das Symphonische Orchester des Landestheaters das Fundament mit Georg Friedrich Händels wunderbarer Musik. Die Höhen und Tiefen dieser dramatischen Klangwelt leuchten sie in allen Nuancen aus, vom von Religiosität befeuerten Enthusiasmus bis hin zu düsterster Niedergeschlagenheit.

 

(...)

 

Ein Held im Spießer-Outfit, in Karo-Hemd, Cordhose und Popeline-Jacke. Und das soll der Retter sein? Egal - Hauptsache, einer macht den Job. Steven Chambers tut es - sängerisch durchaus überzeugend. Dass Jephtha, der religiöse Fanatiker, ganz am Ende zögert, ob er sich die Herrscherkrone tatsächlich aufsetzen will, lässt das Ende offen. Üppiger Applaus für eine großartige Ensembleleistung."

 

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