Dauer: ca. 130 Minuten mit 1 Pause

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Jahreszeiten⁴ – Short Silly Stories

Ballett von Richard Lowe zur Musik von Peter Tschaikowski

»Jahreszeiten« und klassische Musik, da ist der erste Gedanke natürlich Vivaldi oder auch Haydns berühmtes Oratorium - aber Tschaikowski?

 

Tatsächlich sind dessen »Jahreszeiten« ein im Konzertsaal selten gespieltes Werk. Zu Unrecht, denn Tschaikowski erfasst einfallsreich typische Szenen der jeweiligen Monate, um den Jahresverlauf klanglich zu illustrieren. Er kreiert jeweils passende musikalische Stimmungen, so bringt er im »Mai« die Atmosphäre einer sternenklaren romantischen Frühlingsnacht zum Klingen. Im »September« wird der Hörer Zeuge einer Jagd. Den Anlass zu diesem Zyklus gab der Petersburger Verleger Nikolai Bernhard, der in seiner Musikzeitschrift »Nouvelisste« monatlich aktuelle Klavierkompositionen Tschaikowskis publizieren wollte. Die nach den Monaten benannten zwölf Charakterstücke entstanden von 1875 bis 1876, jedem Monat ist ein Gedicht vorangestellt, u.a. von Alexander Puschkin und Leo Tolstoi.

 

Richard Lowes Choreografie führt mit Sentiment, Melancholie und Humor Tschaikowskis Musik, die Poesie der russischen Dichter und den Tanz seines Ensembles zu einer spannungsvollen Einheit zusammen.

Trailer

 

Im Fokus des zweiten Teils des Abends stehen Werke von Schubert, Satie, Brubeck und anderen. Short Silly Stories - kleine, vergnügliche und verrückte Geschichten - erzählen von Begegnungen unterschiedlichster Typen und Charaktere. Das It-Girl trifft auf den Nerd, das Gothik-Mädchen auf den Banker und die Sekretärin ärgert sich über den Zuhälter. Ein Mikrokosmos verrückter Typen, die mit all ihren Launen und Marotten diesen Tanzabend zu vergnüglicher Unterhaltung machen.

 


Der Baum, der die Bühne prägt, bekommt Blätter, Blüten und Kirschen, ehe er das Laub wieder verliert und Schneeflocken auf seine Zweige rieseln: So geht das Jahr ins Land. In diesem so einfachen wie eindrücklichen Bühnenbild von Petra Mollérus ist im Landestheater die vertagte Premiere des überaus poetisch angelegten Balletts "Jahreszeiten" über die Bühne gegangen.

 

(...)

 

Das tat der märchenhaft schönen Inszenierung und der abwechslungsreichen Choreografie, mit der Richard Lowe die Stimmungen der zwölf Monate trefflich nachzeichnete, jedoch keinen Abbruch. Was natürlich auch an der guten Vorstellung der Tänzer lag, die die hohen Ansprüche der in klassischer Manier angelegten Choreografie wie Spitzentanz und zahlreiche Sprung- und Hebefiguren souverän meisterten und als Ensemble ein starkes Bild abgaben. Das "Jahreszeiten"-Ballett ist einfach schön anzuschauen (...).

 

Im zweiten Teil des Abends lösten sich die Tänzer als von Petra Mollérus trefflich kostümierte Typen aus dem Ensemble, und in der Pianobar, die das Setting für die Choreografie "Short Silly Stories" bildete, fanden sich im schnellen Wechsel unterschiedlichste Paarungen zusammen. Da traf Gigolo Keegan Raven May mit viel Temperament auf Gothic Girl Gisela de Paz Solvas, da bewunderte der schöne Barkeeper Narcís Subatella Sánchez das üppig ausgestattete It-Girl Karina Campos Sabas, da bekam Nerd Jerome Peytour Angst vor der eigenen Courage auf dem Tanzparkett, während Banker Carlos Huerta Pardo sich in vornehmer Eleganz übte - und für Sekretärin Charline Pinsteren-Dujardin, Öko-Tante Caroline Lusken und Hippie Marc Balló y Cateura ersetzen ihre allgegenwärtigen Handys schon einmal die Tanzpartner. Eine kurzweilige, unterhaltsame Inszenierung mit Witz, Schwung und akrobatischen Einlagen.

 

Neben dem blau-weißen Farbkonzept vor und nach der Pause war es das makellose, verlässliche Klavierspiel von Ruslana Pavlovska-Holowko, sowohl in den Tschaikowski-Stücken als auch in den Titeln von Brubeck, Bernstein und Piazzolla, das beide Teile verband und den Abend trug. Der Vorhang fiel dann stilecht zum von Frank Sinatra in "My Way" besungenen "final curtain".

 

Lippische Landes-Zeitung

 

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