Premiere: Freitag 30. September 2016, 19:30 Uhr Detmold, Landestheater
Dauer: ca. 150 Minuten mit 1 Pause

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Hedda Gabler

Schauspiel in vier Akten von Henrik Ibsen

Hedda, die anspruchsvolle Tochter des Generals Gabler, kehrt mit dem Kulturhistoriker Dr. Tesman von ihrer Hochzeitsreise zurück. Er versprach ihr ein Leben im Luxus, in der Hoffnung auf eine baldige Professur.

 

Als nun klar wird, dass diese Aussicht mehr als vage ist, da sich mit Ejlert Løvborg ein ernsthafter Konkurrent um die Stelle beworben hat, gerät der korrekte, aber kleinliche Tesman in Erklärungsnot. Dass der genialische, aber unstete Løvborg zudem die Jugendliebe Heddas ist, macht die Lage nicht besser, zumal bei deren Wiederbegegnung alte Gefühle neuerlich geweckt werden. Doch Heddas Einfluss treibt Løvborg in seine bereits überwundene Maßlosigkeit zurück, eine Katastrophe für alle bahnt sich an.

 

Henrik Ibsen deutet anhand der Nöte, Illusionen und Abhängigkeiten seiner Figuren und ihrer gegensätzlichen Lebensentwürfe auf Grundprobleme des bürgerlichen Selbstverständnisses hin, wenn das Streben nach ökonomischer Sicherheit den Freiheitswillen einschränkt, Aufstiegsglauben und Abstiegsangst einander stetig ablösen, Irritation und Verunsicherung die Existenz bestimmen

Trailer

 

Inszenierung: Andreas Kloos

Ausstattung: Beatrice von Bomhard

 

 

Premiere: Freitag, 30. September 2016, 19.30 Uhr, Landestheater

 

Einführungsmatinee: Sonntag, 25. September 2016, 11.30 Uhr, Haus der Immobilie, Bismarckstr. 5


(...) Im Mittelpunkt der Regie von Andreas Kloos steht die menschliche Unzulänglichkeit, bei der jeder in seinem eigenen Kokon von Illusionen gefangen ist. Doch Ausbrechen aus diesem "Fluch der Gewöhnlichkeit" - so Chefdramaturg Dr. Christian Katzschmann im Programm - ist schwer bis unmöglich.

 

(...) Beatrice von Bomhard stellt ein luxuriöses Anwesen auf die Bühne, unfertig wie die Charaktere seiner Bewohner. Sie sind recht wohlhabend, leben aber trotzdem über ihre Verhältnisse. Denn die einst umschwärmte Generalstochter stellt materielle Ansprüche, die ihr rechtschaffener und etwas naiver Ehemann nur schwer erfüllen kann. Zumal, wie sich bald heraus stellt, es mit der angestrebten Professoren-Karriere des jungen Privatdozenten ziemlich hapert.

 

In dieses, kurz nach der Hochzeitsreise auftretende Spannungsfeld mischen sich außer Løvborg noch der forsche, schon mal zu einer Kokslinie greifende Richter Brack und die ehemalige Mitschülerin Heddas, Thea Elvsted. Von einer zerrütteten Beziehung in die nächste gestolpert, ist sie besessen von einer explosiven Mischung aus Hörigkeit und Helfer-Syndrom, mit dem sie Løvborg zur Verzweiflung treibt. Doch kann man einen Menschen retten, der durch seinen exzessiven und unkonventionellen Lebensstil deutlich macht, dass er die Rückführung in bürgerliche Verhältnisse gar nicht will?

 

Alle diese Figuren kreisen um Hedda, ein schönes gelangweiltes Luxusweibchen, das "noch nie etwas erlebt hat, das ihr wirklich nahe gegangen ist". Da auch kein Kinderwunsch vorhanden ist, bleibt ihr nach eigener Ansicht nur, "mich zu Tode zu langweilen". Die Hassliebe, die sie schon früher mit Løvborg verbunden hat, flammt neu auf. Und damit verfangen sich alle in einem Geflecht, dessen verschlungene Fäden geradewegs in die Katastrophe münden.

 

Das Paar Hedda (Karoline Stegemann) und Jørgen (Robert Oschmann) überzeugt in den ersten Reibereien einer nicht unproblematischen Ehe bis zum Exzess. Markus Hottgenroth brilliert als bürgerlich avancierter Extremist, Natascha Mamier bietet eine treffliche Charakterstudie der vom Retter-Virus befallenen Geliebten. Stephan Clemens ist ein unkonventioneller Richter. Und Marie Luisa Kerkhoff teilt als Jørgens Cousine und später als Putzfrau dem Publikum gern ihre Ansichten zum Geschehen mit. Doch allen Figuren ist gemeinsam, dass sie ständig auf der Jagd nach einem Glück sind, das sich ohne Anstrengung erreichen lässt.

 

Lippische Landes-Zeitung

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