Premiere: Freitag 18. November 2016, 19:30 Uhr Detmold, Landestheater
Dauer: ca. 165 Minuten mit 1 Pause

Ticket-Hotline:
05231 / 974803

Drei Männer im Schnee

Komödie nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner

Der exzentrische und reiche Unternehmer Tobler beteiligt sich unter fremdem Namen an einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma und gewinnt den zweiten Preis: einen zehntägigen Aufenthalt in einem Grandhotel in den Alpen! Er beschließt, die Reise inkognito anzutreten, denn Tobler will die Menschen studieren, will wissen, wie sie auf einen armen Schlucker reagieren. Zwar informiert seine besorgte Tochter vorab den Empfangschef über die Maskerade, doch gerät trotzdem alles reichlich in Unordnung, weil zeitgleich der Gewinner des 1. Preises im Grandhotel eintrifft: der tatsächlich mittellose Fritz Hagedorn, und zudem sind einige Damen unter den Schönen und Reichen emsig auf der Suche nach dem Millionär ihres Herzens. Als Erich Kästner im Sommer 1927 in einer Zeitungsredaktion zunehmend genervt Tausende von Einsendungen eines Preisausschreibens bearbeitete, hatte dieser Frust doch einen positiven Effekt: Die Erfahrung, dass die Gewinner nicht zwingend den Erwartungen derer entsprechen, die die Preise aussetzen, inspirierte ihn zu einer seiner erfolgreichsten Geschichten.

Trailer

 

Inszenierung: Sarah Kohrs

Ausstattung: Petra Mollérus

 

 

Einführungsmatinee: Sonntag, 13. November 2016, 11.30 Uhr, Lippisches Landesmuseum, Ameide 4

 

Premiere: Freitag, 18. November 2016, 19.30 Uhr, Landestheater


"(...) Der schöne 80er-Jahre-Schein trügt. Allen Glitzerfassaden zum Trotz haben Regisseurin Sarah Kohrs und Ausstatterin Petra Mollérus es in stimmiger Gemeinschaftsarbeit ihren Protagonisten so richtig schön ungemütlich gemacht im alpinen Grandhotel. In der Kuschelecke aus Sitzsäcken lässt sich auch bei allem Hin- und Herrutschen keine würdevolle Sitzposition finden, auf dem glatten Parkett im Foyer legen sich die Protagonisten reihum auf die Nase, und statt Treppe führt eine Rutsche in die oberen Etagen - und ebenso schnell wieder retour: In diesem Hotel ist nichts sicher, ist auf nichts Verlass. "Es steckt doch oft etwas anderes hinter den Dingen als das, was man sieht": So lässt es der große Erich Kästner seine Figur Frau Casparius formulieren.

 

Entsprechend ist die Attitüde, die die Darsteller am häufigsten zur Schau tragen, Unsicherheit. Großartig, in wie vielen Spiel- und Lesarten sie dieses Grundgefühl meisterhaft gespielt auf die Bühne bringen. Die knorzig gemurmelten Ablenkungsmanöver des grandiosen Markus Hottgenroth in der Rolle des Generaldirektors Tobler, das stammelnde Sich-Winden des Stephan Clemens, wenn sein stets honoriger Diener (...) als Schifffahrtslinienbesitzer Kesselhut Eindruck schinden soll. Nur der dritte Mann im Bunde zeigt bis auf ein Staunen angesichts solcher Kommoditäten wie einer Flasche französischen Cognacs sowie dreier siamesischer Katzen in seiner Hotelsuite keinerlei Unsicherheiten: Robert Oschmann alias Dr. Fritz Hagedorn, der von der Hoteldirektion fälschlicherweise für den inkognito reisenden Millionär gehalten wird, setzt mit naivem Augenaufschlag und echter Empörung den ehrlichen Gewinner und frustrierten arbeitslosen Akademiker ins Bild.

 

(...) Karoline Stegemann und Marie Luisa Kerkhoff geben ein naiv-zudringliches und garantiert nervtötendes Damengespann auf Millionärsjagd ab. Hubertus Brandt ist als Dieter-Bohlen-Verschnitt im Skianzug ein haarsträubend dümmlicher Hoteldirektor, an seiner Seite kämpft Henry Klinder als seriöser Portier Polter - ganz in Bleu und natürlich vergebens - darum, den Ruf des Hauses zu wahren. Nicola Schubert als zupackende Unternehmerstochter Hilde gelingt es binnen Sekunden, den guten Fritz zu bezaubern - und mit Natascha Mamier als resolute Hausdame Kunkel ist die Produktion bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt.

 

(...) Insgesamt ein heiterer, unterhaltsamer Abend, den das Premierenpublikum begeistert gefeiert hat."

 

Lippische Landes-Zeitung

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