Premiere: Sonntag 12. November 2017, 15:30 Uhr Gütersloh, Theater
Dauer: ca. 80 Minuten mit 1 Pause

Ticket-Hotline:
05231 / 974803

Dornröschen

Märchen nach den Brüdern Grimm von Christian Schäfer und Jochen Vahle

Was passiert, wenn die 13. Fee wegen eines Mangels an goldenen Tellern nicht zum rauschenden Fest anlässlich der Geburt der langersehnten Königstochter eingeladen wird, ist hinlänglich bekannt: Ein Racheschwur der Ungeladenen, nur abgeschwächt durch eine andere Fee, die ihren guten Wunsch noch nicht aufgebraucht hat, bewahrheitet sich: An ihrem 15. Geburtstag sticht sich die Königstochter an einer verzauberten Spindel. Der gesamte Hofstaat fällt in einen langen Schlaf und das Schloss verschwindet hinter einer undurchdringlichen Dornenhecke, die sich nur für einen Prinzen öffnen wird.

"Dornröschen", das Märchen von der schlafenden Schönen, kennt wirklich jeder. Ob von den Brüdern Grimm, Walt Disney oder Charles Perrault: Adaptionen des eigentlich sehr kurzen Märchens gibt es mehr als genug. Aber nicht genug für das Landestheater Detmold! Gemeinsam mit Christian Schäfer, dem Intendanten des Theaters Gütersloh, und der Bielefelder Kinder-Rockband "Randale" werden wir "Dornröschen" als musikalisches Märchen auf die Bühne bringen. Christian Schäfer schreibt mit "Randale"-Sänger Jochen Vahle eine neue Fassung des bekannten Märchenstoffs. Geradlinige, eigens für diese Produktion komponierte Songs werden dem klassischen Märchenstoff ganz neue Seiten abgewinnen. Immer mit einem Augenzwinkern und für die ganze Familie!

Trailer

 

Inszenierung: Christian Schäfer/Valentin Stroh

Ausstattung: Jörg Zysik

Musik: Randale

 

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Gefördert vom Kultursekretariat NRW / Gütersloh
Gefördert vom Kultursekretariat NRW / Gütersloh
In Zusammenarbeit mit dem Theater Gütersloh
In Zusammenarbeit mit dem Theater Gütersloh
Mit freundlicher Unterstützung
Mit freundlicher Unterstützung
Mit freundlicher Unterstützung
Mit freundlicher Unterstützung

Das aktuelle Weihnachtsstück zeigt Grimms Märchen ziemlich derb, aber auch sehr lustig gegen den Strich gebürstet. Die erste Aufführung wird begeistert beklatscht, auch wegen der Musik von "Randale".

Klar, der Thronfolger muss ein Junge sein. Warum sollte sich seine Majestät denn sonst den Kopf über den Namen seines Erstgeborenen zerbrechen? Doch der Hoflakai tut zaghaft Bedenken kund. Das Kind, auf dessen Geburt König, Hof und Staat warten, könnte auch ein Mädchen werden. "Man steckt nicht drin, Hoheit." Und tatsächlich: Der Nachwuchs, Dornröschen genannt, hat es in sich. Das gilt auch für die Umsetzung des Grimm-Märchens in der amüsanten, fetzig rockenden Koproduktion des Landestheaters Detmold mit den Kultur Räumen Gütersloh, die im ausverkauften Gütersloher Theater begeistert aufgenommene Premiere feierte. Danach wird das Stück nicht nur an den beiden Häusern, sondern auch 102 (!) Mal als Gastspiel gezeigt.

Theaterleiter Christian Schäfer hat als Autor den Märchenstoff gründlich auf links gedreht und den Zucker so abgeklopft, dass alle Niedlichkeit abgefallen ist. Zwar fällt auch dieses Dornröschen in einen 100-jährigen Schlaf, doch dorniger als die umschließende Hecke erweist sich das Kind selbst. Nie war Dornröschen pieksiger. Und selten lustiger. Angesiedelt haben Schäfer und Regisseur Valentin Stroh das Stück an einen Königshof in Form einer pfiffig-vielgestaltigen, sich drehenden Bretterbude (Bühne und Kostüme: Jörg Zysik), an dem vornehmes Getue längst geissenhaft grölender Prollkultur gewichen ist und Nils Willers den König als Wolfgang Petry im Superman-Strampler gibt. Gut, dass Stephanie Pardula als Königin, später auch Nina-Hagen-haft als böse Fee, Überblick und Oberhand behält. Zur Not springt auch der Haushofmeister (Robert Will) bei, den es zuweilen aber auch reizt, zur Rockmusik heftig ins Mikro zu grölen.

(...)

Sänger Jochen Vahle hat auch die witzig gegen den Strich gebürsteten Lyrics geschrieben. Weit haben Vahle und Kompagnons das musikstilistische Feld abgesteckt. Da darf zum Schlaflied sanft mitgeschlummert werden, aber wenn die beiden Security-Herren Dornen und Hecke den Schlaf der Prinzessin schützen, ist auch Gelegenheit für einen echten Rap ("Du kommst hier nicht rein"). Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat sich das zunächst noch recht reserviert gebende Publikum längst an den herzlich-schnoddrigen Tonfall dieses etwas anders ausgefallenen Weihnachtsmärchens gewöhnt und rockt mächtig mit.

Und als am Ende Prinz Achmed (Thomas Ehrlichmann) aus dem Morgenland erscheint, herbeigeführt von seinem Herzen, seinem Verstand und guter Handy-Navigation, scheint das Glück perfekt. Denn geheiratet wird nicht. Man ist doch noch viel zu jung. Für ein zünftiges Weihnachtsfest reicht es allemal. Tipp: Mitfeiern.

 

Lippische Landes-Zeitung

 

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Nienburg, Theater auf dem Hornwerk
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