
Grabbe, Lortzing, Brahms und Klebe - zahlreiche bis zum heutigen Tag berühmte Persönlichkeiten haben am Landestheater Detmold gewirkt.
Der Dichter Christian Dietrich Grabbe (1801-1863) wird am 11. Dezember 1801 als Kind des damaligen Zuchthausaufsehers und seiner Frau in deren Dienstwohnung im Detmolder Gefängnis geboren. Das "Grabbe-Haus" in der Bruchmacherstraße ist heute eine der fünf Spielstätten des Landestheaters. Grabbe besucht schon als Gymnasiast häufig das Landestheater, das zu dieser Zeit noch im Komödienhaus am Lemgoer Tor angesiedelt ist. Nach einem Jurastudium in Leipzig und Berlin kehrt er als Rechtsanwalt nach Detmold zurück, widmet sich aber vor allem dem Schreiben. Trotz einem ernsten Alkoholproblem und psychisch auffälligem Verhalten, die ihn seit seiner Jugend begleiten, wird hier sein "Don Juan und Faust" uraufgeführt und er schreibt Aufsätze und Kritiken über das Hoftheater, die jedoch bald so bissig ausfallen, dass er den Zorn des gesamten Ensembles auf sich zieht und am Theater niemals Fuß fassen kann. Am 12. September 1836 stirbt Grabbe in Detmold an einer Magen- und Rückenmarktuberkulose als ein Mensch, der in der Enge des Biedermeier seine niedrige Geburt durch künstlerischem Ruhm zu kompensieren versuchte und als selbst empfundenes verkanntes Genie unterging.
Der Komponist Albert Lortzing (1801-1851) kommt als Komödiant und Opernsänger mit seiner Frau, der Schauspielerin Regina Dorothea Kühl und den drei gemeinsamen Kindern am 4. November 1828 nach Detmold. Nach dem Wechsel des Intendanten in Köln haben sie am hiesigen Hoftheater ein neues Engagement gefunden. Lortzing avanciert durch seine spontanen politischen Anspielungen in den Stücken schnell zum Publikumsliebling. Doch gerade sein unverholenes politisches Engagement wird zum Grund, Detmold 1833 wieder in Richtung Leipzig zu verlassen: Er kann seine Bühnenwerke in der politischen Enge des Residenzstädtchens nicht aufführen. Doch dank seiner kompositorischen Schaffenslust in Detmold ist er zu diesem Zeitpunkt bereits weit über die Grenzen Lippes hinaus bekannt.
Der Komponist Johannes Brahms (1833-1897) besucht Detmold erstmals 1857 mit 24 Jahren. Die Residenzstadt gefällt ihm auf Anhieb so gut, dass er ab Herbst desselben Jahres einen längeren Aufenthalt als Klavierlehrer der Prinzessin Friderieke und als Chorleiter vereinbart. Grund für die Reise ist aber vor allem die zerbrochene Beziehung zu Clara Schumann durch den Tod ihres Ehemanns Robert Schumann. In Detmold unternimmt Brahms lange Spaziergänge durch den Teutoburger Wald und schreibt sein "Erstes Konzert für Klavier und Orchester", seine beiden Orchesterserenaden opus 11 und opus 16, sein "Erstes Klavierkonzert opus 15" und den Liedzyklus "Unter Blüten des Mai's spielt ich mit ihrer Hand". Und der ist wieder einer unglücklichen Liebe gewidmet: Der Göttinger Arzttochter und Sängerin Agathe von Siebold, aus deren Verlobung er sich aus Bindungsangst zurückgezogen hat.
Der in Mannheim geborene Opernkomponist Giselher Klebe (* 1925) wirkte ab 1957 als Dozent für die Fächer Komposition und Musiktheorie an der Nordwestdeutschen Musikakademie, der heutigen Musikhochschule Detmold. Inzwischen zum international renommierten Künstler avanciert, wurde er 1962 zum Professor ernannt, aus dessen Meisterklasse eine Anzahl angesehener Komponisten hervorgegangen ist. Nach seiner Pensionierung 1990 bleibt Klebe der Musikhochschule eng verbunden. Er lebt und arbeitet bis heute im Herzen der Stadt Detmold.
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