Landestheater |Geschichte

Die Anfänge

Zum Glück für das Theaterleben in Detmold fasste der seit 1820 regierende Fürst Leopold II. den Entschluss, in Detmold ein Hoftheater errichten zu lassen und drängte sogleich auf schnelle Umsetzung seines Plans. Seine Zuneigung für das Theater mag ein Grund gewesen sein, ein zweiter war sicherlich: ein Theater galt zur damaligen Zeit im Zeichen der Vielstaaterei als ein unbestrittenes Objekt des höfischen Repräsentationsbedürfnisses.

Der Fürst betraute den Landesbaumeister von Nartrop mit der Planung und Durchführung des Baus. Von Nartrop reichte im Februar 1825 die ersten Zeichnungen ein: Sie sahen drei Eingänge vor, wovon einer ausschließlich für die Fürstliche Loge bestimmt war, ferner zwei Nottüren an den Seiten. Das Haus sollte mit Rang und Logen, darüber Galerie und Amphitheater, dazu Sperrsitzen und Parterre 800 Personen fassen, ferner war eine Fürstliche Loge mit Vorzimmer und Kabinett vorgesehen. Tatsächlich bot das Haus später lediglich 474 Zuschauern Platz.

Grundsteinlegung und Eröffnung

Am 18. April 1825 fand die Grundsteinlegung statt.
 

      Bereits Ende Juli 1825 wurde das Richtfest mit einer Festrede gefeiert (Auszug):

      Fürwahr, es ist ein stattliches Gebäude,
      Darob der edle Fürst wird haben Freude.
      Es trotzt dem Sturm, er komm' aus Ost und West,
      Denn seine Mauern und das Dach sind fest.

      So steh' es denn Jahrhunderte entlang.
      Erfreue Jeden durch Gespräche, Tanz und Sang
      Und wird in reger Luft gar oftmals dann gelacht,
      So werde uns'rer Arbeit freundlich auch gedacht.

Zum Direktor für das neue Theater wurde August Pichler ernannt, Inhaber des Pyrmonter Schauspielhauses, das er 1818 auf eigene Kosten hatte erbauen lassen. Die angesehene Pichlersche Truppe war schon im alten Detmolder Komödienhaus bisweilen zu Gast gewesen.

Der Fürst drängte auf zügige Vorantreibung, und so wurde nach einer Bauzeit von nur knapp 6 Monaten das Gebäude soweit fertiggestellt, dass die Eröffnung stattfinden konnte.

Am 8. November 1825 hob sich erstmalig der Vorhang des "Hochfürstlich Lippischen Hoftheaters", gegeben wurde Mozarts Oper "Titus der Gütige".

Auf dem Spielplan der Detmolder stand sowohl Musiktheater als auch Schauspiel: Mozart, Lochner und Spohr finden sich anfangs ebenso häufig wie Gutzkow, Laube, und Nestroy. Rasch hatte sich das Haus ein umfangreiches Repertoire und einen guten Ruf weit über die Grenzen des Fürstentums hinaus erworben und konnte Künstler wie den Schauspieler Ludwig Devrient und den Schauspieler , Sänger und Komponisten Albert Lortzing nebst seiner Frau Regina engagieren.

      Die Spielpläne zu Pichlers Zeiten bauten auf Unterhaltung:
      Im Schauspiel fällt auf, dass Schiller komplett, Goethe und Kleist fast ganz fehlen, Lessing dagegen wird durchaus gespielt. Molière findet sich nur einmal zu Pichlers Zeiten und auch Shakespeare scheint nicht beliebt zu sein.
      Das Publikum wünscht leichte Unterhaltung, und die wird ihm mit Raimund, Nestroy, Iffland und Kotzebue geboten - neben vielen heute in Vergessenheit geratenen relativ anspruchslosen und nur kurze Zeit aktuellen Autoren.
      Im Musiktheater fanden sich neben den so beliebten zahlreichen Singspielen (Vaudevilles) durchaus auch Mozart, Beethoven, Weber, Rossini und Donizetti.


Schließung und Wiedereröffnung des Theaters

Die steigenden Ausgaben des theaterbegeisterten Fürsten für sein "Lieblingskind" wurden in den ersten zwei Jahrzehnten immer wieder heftig nicht nur bei Hofe kritisiert, aber er hielt beharrlich am Theater fest.

Im Revolutionsjahr 1849 jedoch musste Leopold II. zu seinem Bedauern seine Unterschrift unter einen vom Reichskammerdirektor aufgesetzten Beschluss zur Schließung des Hauses setzen.

August Pichler, der das Theater über zwanzig Jahre geleitet hatte und hierfür zudem einen großen Teil seines Vermögens hergegeben haben soll, wurde seines Posten enthoben und der Vorhang sollte sich vorerst nicht wieder öffnen.

Nach der Schließung des Hauses wurde 1849 durch den Fürsten Leopold II. die Hofkapelle als ein selbständiges, privilegiertes Unternehmen auf eigener rechtlicher Grundlage gegründet. Konzerte wurden allerdings nur vor kleinen, erlesenen Kreisen gegeben.
Das Musikleben am Hof war ein kostspieliges Unternehmen, wurden doch beispielweise Konzerte mit Clara Schumann geboten. Von 1875 bis 1859 war für die Wintermonate Johannes Brahms als Chorleiter und Klavierlehrer für die Schwester des Fürsten engagiert.
August Pichler hielt unterdessen längst Ausschau nach einer Möglichkeit, das Theater wieder zu eröffnen. Im Dortmunder Schauspieler Gustav Mewes fand er einen Partner für sein Unterfangen. Da Pichler sich selbst inzwischen aufgrund seines Alters und seiner schlechten Gesundheit nicht mehr zur Theaterleitung imstande fand, setzt er seinen Sohn August, einen ausgezeichneten und geschätzten Komiker, an seine Stelle.

Im Jahre 1851 wurde die Zustimmung des Hofes für die Wiedereröffnung des Theaters gegeben, allerdings mit einem von vornherein eng beschränkten Subventionsrahmen, deshalb sollte es auch nicht mehr unter dem Titel "Hoftheater" geführt werden.
Mewes, der über Pichler junior hinweg eigentlich allein das Haus führte, versuchte stets, sich gegen die Beschränkung der finanziellen Mittel für das Detmolder Theater zu wehren.

Im Jahre 1864, inzwischen regierte längst Fürst Leopold III., wurde Mewes vom Direktorposten entlassen. Ihm folgten einige mehr oder weniger glücklose Intendanten, die immer wieder auch an der zunehmenden Härte des Hofes gegenüber dem Theater in Subventionsfragen scheiterten.

Mit der Übernahme der Regierung durch Fürst Woldemar brach durch dessen Sparpolitik die schwerste Zeit an: Die Mittel für das Theater wurden gestrichen, und erst in späteren Jahren übernahm der Hof immerhin die Kosten für Beleuchtung und Heizung des Hauses und die im Dauerabonnement gemietete fürstliche Loge. Darüber hinaus wurde die Hofkapelle aufgelöst und fortan mussten für Musiktheateraufführungen die Millitärmusiker "ausgeliehen" werden. Mehrere Intendanten versuchten sich - oft nur für kurze Zeit im Engagement - mit mehr oder weniger Erfolg an dieser schwierigen Lage.

Erst als im Jahre 1895 Albert Berthold die Intendanz übernahm und zu seinem großen Glück im inzwischen regierenden Grafen Ernst einen kunstsinnigen und verständigen Regenten fand, sollte das Hoftheater wieder zu seinem alten Glanz zurückfinden. Berthold leitete das Haus bis zum Jahre 1921.


Der Theaterbrand von 1912

Albert Berthold war es gelungen, sein Ensemble auf immerhin 87 Künstler und Mitarbeiter zu vergrößern, als am 5. Februar 1912, während einer Vorstellung von Hermann Sudermanns "Bettler von Syrakus", von einem der kohlebeheizten Ofen ein Feuer übergriff und das Hoftheater bis auf die Grundmauern niederbrennen ließ. Berthold selbst trat nach dem Vorspiel, das mit den Worten "Du wirst die Sonne nicht mehr schauen!" geendet hatte, vor den Vorhang des gut besuchten Hauses und bat das Publikum, wegen angeblicher technischer Schwierigkeiten das Theater ruhig und geordnet zu verlassen; auf diese Weise konnte er eine Panik verhindern und es kam kein Zuschauer zu Schaden.

In der Lippischen Landeszeitung vom 6.Februar 1912 finden wir folgenden Bericht eines Augenzeugen:
"Um 8 Uhr war das Auditorium noch im Theater und um 9 schlugen die Flammen schon durch den Dachstuhl! Die Fürstenloge fiel ihnen als erste unter den Apartments zum Opfer. Alles andere folgte blitzschnell, und um 10 Uhr war schon der ganze stimmungsvolle Innenraum ein einziges Feuermeer."

Die laufende Spielzeit konnte im Sommertheater "Neuer Krug" provisorisch zu Ende gebracht werden, doch für das Ensemble hieß es, sich nach neuen Engagements umzusehen, da es keinerlei finanzielle Absicherung gab.


Gründung des "Lippischen Theatervereins" und Wiederaufbau

Mit der Gründung des "Lippischen Theatervereins", dessen Hauptträgerschaft die Stadt Detmold bildete, unterstützt vom Fürsten Leopold IV., wurde der Grundstock für den Wiederaufbau des Theaters gelegt.
Zur Haupt- und Gründungsversammlung fanden sich am 26. Februar 1912 im Theatersaal des "Neuen Kruges" rund 120 Personen ein, die ihre Entschlossenheit zur Wiedererrichtung des Detmolder Theaters bekundeten und durch den Erwerb von Anteilsscheinen die finanzielle Grundlage für den Bau sicherten.
So konnte man bereits im Jahre 1914 - trotz Ausbruch des Ersten Weltkrieges - mit der Errichtung eines neuen Theatergebäudes auf den Grundmauern der Ruine des vormaligen "Hochfürstlich Lippischen Hoftheaters" beginnen - unter finanzieller Mitwirkung des Fürsten, mit Hilfe der Stadt Detmold sowie privater Geldgeber der Bürgerschaft. Als Architekt konnte der aus Detmold stammende Prof. Otto Kuhlmann gewonnen werden. Das neue Gebäude, das schließlich am 29. September 1919 eingeweiht wurde, zählte mit seinen 741 Plätzen rund 165 Plätze mehr als das alte Haus nach den Umbaumaßnahmen aus dem Jahre 1867.
Hausherr allerdings war die aus der Revolution des November 1918 neu entstandene Regierung - das Fürstenhaus war politisch entmachtet worden und das Theater war Vermögensbestandteil des nunmehrigen Freistaates Lippe, nach den neuen Besitz- und Nutzungsrechten und seiner künftigen Bestimmung war es daher nun als Landestheater fertiggestellt worden.

      Aus einer Mitteilung des "Lippischen Theatervereins" vom August 1919:
      "Das Landestheater! Das ganze Lippische Land, nicht eine einzige Stadt nur soll teilhaben an dem Genuss der vielgestaltigen Darbietungen. Jeder Einzelne muss das Gefühl haben, wenn er sich zum Kunstgenuss in den Prachtbau ladet, dort nicht Gast, nicht Mieter, sondern Mitherr zu sein."

Das Landespräsidium übertrug dem nunmehr rechtsfähigen Theaterverein durch Anordnung vom 10. September 1919 den Betrieb des Theater und überließ ihm das Gebäude ohne Zahlung einer Pacht.
Zur feierlichen Eröffnung wurde die Oper "Undine" von Albert Lortzing aufgeführt.

Der Intendant der ersten Spielzeiten war wie zuvor Albert Berthold, ihm folgte 1922 der nun ebenfalls zum Geheimen Intendanzrat ernannte Emil Becker.
Die spontane Begeisterung und Hilfsbereitschaft der Lipper hielt bedauerlicherweise nur kurze Zeit. So erteilte das Landespräsidium dem Theater die Erlaubnis, eine Kinoeinrichtung zu installieren und im folgenden die Einnahmen des Hauses durch Filmvorführungen der "Landestheater-Lichtspiele" aufzubessern.
Darüber hinaus zog das Theater mit Gastspielen einen weiteren Radius: Bad Salzuflen, Paderborn und Holzminden wurden bespielt und beteiligten sich durch festgelegte jährliche Zuschüsse am Etat. Wo keine Möglichkeit für Gastspiele bestand, wurde angeboten, die Theaterbesucher nach Detmold zu bringen, es wurden sogenannte Fremdenvorführugen eingeführt, die Sonntags nachmittags begannen, so dass die Zuschauer nicht zu spät den Heimweg antreten mussten.

Trotz all dieser Bemühungen verschlechterte sich die finanzielle Lage des Hauses ununterbrochen.
1925 musste schließlich das Musiktheater aufgegeben werden; die lange und erfolgreiche Detmolder Operntradition endete ironischerweise ausgerechnet mit einer vielgerühmten Aufführung von Wagners "Walküre" am 25. April 1925.

Nach dem Tode Emil Beckers im Jahre 1934 übernahm Otto Will-Rasing die Intendanz, auch er war schon seit längerem als Schauspieler und Regisseur in Detmold bekannt.
Er führte die Sommerspielzeit wieder ein und konnte im Jahre 1936 das Musiktheater wieder eröffnen. Zudem erweiterte er den Abstecherkreis, so bespielte das Landestheater in der Winterspielzeit 1936/37 bereits 22 Gastspielorte.
Die finanzielle Situation des Theaters entspannte sich allmählich und das Ensemble wuchs auf rund 100 Mitglieder. Im Theaterverein setzte sich ein Umstrukturierung durch: die privaten Mitglieder schieden aus und der Verein setzte sich nur noch aus vier Mitgliedern zusammen - der Stadt Detmold, dem Land Lippe, dem Kreis Detmold und dem Kreis Lemgo, diese verpflichteten sich, durch jährliche Leistungen den Theaterverein und den Spielbetrieb des Landestheaters Detmold zu sichern.

Der Ausbruch des II. Weltkrieges jedoch bedingte ein Absinken der technischen und künstlerischen Leistungen des Theaters. Wie alle deutschen Bühnen schloss auch das Landestheater Detmold am 1. September 1944 im Zeichen des totalen Kriegseinsatzes seine Pforten.


Das Landestheater von 1945-1949

Die britische Militärregierung hatte das Theater beschlagnahmt und es durfte nur nach schriftlicher Genehmigung für Proben und Aufführungen genutzt werden. Der Kostümfundus war ebenfalls beschlagnahmt und nach Bad Eilsen ausgelagert worden. Das Orchester des Landestheaters fungierte nun als Städtisches Orchester, das ebenfalls nur nach schriftlicher Anfrage für Aufführungen des Theaters herangezogen werden durfte. Das war mit einem hinderlichen und unerfreulichen bürokratischen Aufwand verbunden. Ausserdem musste man in eine provisorische Spielstätte ausweichen: in den "Neuen Krug", der aber die Hälfte der Woche auch als Lichtspielhaus genutzt wurde.

Bis 1949 wurde der Fortbestand des Theaters als Drei-Sparten-Haus immer wieder in Frage gestellt, dies lag an den Umwälzungen, die mit der Währungsreform einhergingen. Zwischenzeitlich wurde aus Kostengründen sogar erwogen, aus dem Landestheater ein reines Schauspiel zu machen, plus Operette und kleiner Spieloper. Weitsichtige Köpfe, wie der damalige Landespräsident Heinrich Drake, stellten jedoch fest, dass das Theater nur als Drei-Sparten-Haus eine Überlebenschance habe.

Nach Dr. Hans Kaufmann und Karl Gaebler wurde 1949 Otto Will-Rasing wieder als Intendant eingesetzt. Will-Rasing konsolidierte den wirtschaftlichen und künstlerischen Zustand des Hauses sehr schnell, obwohl auch er mit den Folgen der Währungsreform zu kämpfen hatte. Ausserdem waren die Besucherzahlen stark rückläufig, da sich die Menschen einen Theaterbesuch einfach nicht mehr leisten konnten. Dennoch kämpften die Lipper gleichzeitig für den Erhalt ihres Theaters.

Drei Jahre später konnte Will-Rasing bereits eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz vorweisen: Durch die Einrichtung eines Abonnentensystems konnte die Zahl der Dauermieten gesteigert werden. Auch die Briten konnten sich diesen Erfolgen nicht länger verschließen. Am 5. Juli 1952 erfolgte die Freigabe des Landestheaters Detmold, der Spielbetrieb ließ sich endlich wieder normalisieren und wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut.

Will-Rasings Lebenswerk wurde schließlich gekrönt durch den 1969 erfolgten Anbau an das alte Theater, wo seitdem die Verwaltung und die Werkstätten des Landestheaters untergebracht sind.


Erweiterungen am Landestheater Detmold

Im Hinblick auf die größere Bandbreite des Spielplans und die eigenen Ansprüche an die künstlerische Qualität wurden die engen Raumverhältnisse insbesondere für die Probenarbeit im alten Theatergebäude immer mehr zu einem Problem. Mit Beginn der Spielzeit 1969/70 wurde daher ein erster Erweiterungsbau mit Werkstätten, Probenräumen, Unterbringungsmöglichkeiten für den Fundus, Verwaltungsräumen und dem Ballettsaales eingeweiht.
Ein zweiter Anbau mit einem adäquaten Orchesterprobenraum, Arbeitsräumen für Dramaturgie, Bühnenbildner, Regieassistenten u.a. sowie Garagen für die Transporter des Hauses sorgte zur Spielzeit 2008/2009 nochmals für eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen am Landestheater.


Die Gründung des neuen Trägervereins

Die finanzielle Situation des Landestheaters war auch in den 70-er Jahren immer noch nicht ausreichend abgesichert. Das Damoklesschwert - wie wird es im nächsten Jahr weitergehen? - schwebte über den Verantwortlichen. Es wurde danach gestrebt, eine Stabilität zu schaffen, mit der die Intendanz auf längerfristige Sicht arbeiten konnte.

1971 gelang es mit der Gründung des neuen Trägervereins des Theaters alle lippischen Städte und Gemeinden durch eine neue Satzung zur finanziellen Absicherung des Landestheaters als bedeutendem Kulturinstitut zu verpflichten. Durch diese neue Trägerstruktur fand sich auch das Land Nordrhein-Westfalen bereit, sich stärker als bisher an den Zuschüssen zu beteiligen.

In den folgenden Jahren war es durch eine steigende Nachfrage nach Inszenierungen des Landestheaters möglich, den Spielradius über Nordrhein-Westfalen hinaus auszudehnen.


Pro Spielzeit dreimal um den Globus

Der Detmolder Thespiskarren rollt - rechnet man die zurückgelegten Kilometer auf - jährlich fast dreimal um die Erde.
Das Spielgebiet der Detmolder beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Land Nordrhein-Westfalen - im Zimmer des Intendanten hängt eine Deutschland-Karte, auf der man die inzwischen 112 Abstecherorte des Landestheaters finden kann. Die reichen von Lemgo und Bad Meinberg über Hagen, Hameln, Gütersloh und Minden bis nach Stade, Wolfsburg und Reinbek bei Hamburg. Auch in Belgien und Luxemburg ist das Landestheater Detmold inzwischen ein gern gesehener Gast.


Das Büro der Landestheater in NRW

Zu Anfang der Spielzeit 1994/95 wurde ein gemeinsames Büro der vier Landestheater von Nordrhein-Westfalen eingerichtet.

 

      In einer Pressemeldung der dpa hieß es:
      "Zum ersten Mal haben alle Landesbühnen eines Bundeslandes ein gemeinsames Projekt gestartet, das die Kontakte zu Gastspielorten verbessern und intensivieren soll. Hintergrund zur Eröffnung der Zentralstelle für Öffentlichkeitsarbeit und die Vermittlung von Gastspielen mit Sitz in Düsseldorf sind die finanziellen Nöte der kommunalen Kunden sowie die verschärfte Konkurrenzsituation mit kommerziellen Tourneetheatern..."
      Sonja Wies, die Chefin dieses Büros, über ihre Aufgaben:
      "Zielsetzung des 'Büros für Öffentlichkeitsarbeit und Verkauf', eine Kooperation des Landestheaters Detmold, des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel, des Rheinische Landestheaters Neuss und der Burghofbühne Landestheater im Kreis Wesel ist es, die kulturpolitischen Aufgaben der Landesbühnen verstärkt an die Öffentlichkeit zu tragen: Künstlerisch hochrangige Ensembletheater zu vertretbaren Honoraren in die Städte und Gemeinden des Landes zu bringen, die selbst über kein eigenes Ensemble verfügen."

Das Büro versendet seitdem zentral u.a. die Jahresspielpläne der Landesbühnen, sowie aktuelle Informationen zu den Stückangeboten.
Darüber hinaus hat das gemeinsame Büro in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh die Förderung einer Studio- sowie Freilichtreihe und verschiedene Tagungen initiiert.
Im Vordergrund steht jedoch das Gespräch mit den Veranstaltern und die Aufgabe, über Stücke, Inszenierungen und Ensembles zu informieren.


Das Landestheater heute....

Ein leistungsfähiges Haus

Heute ist das Landestheater Detmold das größte der vier Landestheater in Nordrhein-Westfalen und das einzige mit einem Musiktheaterensemble.
Das Haus beschäftigt 260 Mitarbeiter, ca. die Hälfte davon ist im künstlerischen Bereich tätig, die anderen Mitarbeiter wirken in den technisch-künstlerischen Gewerken sowie im Verwaltungsbereich des Landestheaters.
Knapp 50 Prozent der nahezu 600 Vorstellungen pro Spielzeit werden in Städten und Gemeinden des gesamten Landes Nordrhein-Westfalen absolviert.

Das Landestheater Detmold wird seit 1. August 2006 als gemeinnützige GmbH geführt. Es verfügt derzeit über einen Etat von 16 Millionen Euro. Die Hälfte des Betrages wird vom Land Nordrhein-Westfalen gestellt, ein Viertel erwirtschaftet das Haus aus seinen Einnahmen, das verbleibende Viertel steuern die Gesellschafter (vornehmlich der Kreis Lippe, die Stadt Detmold und der Landesverband Lippe) bei. Unterstützung erfährt das Landestheater außerdem durch den Förderverein „Theaterfreunde“ und zahlreiche Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft.

Kontaktadresse

Landestheater Detmold GmbH
Theaterplatz 1
32756 Detmold
Tel 0 52 31 / 974 - 60
Fax 0 52 31 / 974 - 701

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