
Ein Theaterabend bewegt sich nicht im luftleeren Raum, sondern ist Teil eines gesellschaftlichen Diskurses und das künstlerische Ergebnis zahlreicher kluger Köpfe, schwitzender Körper und gut strukturierter Organisatoren. Da ergeben sich für den Zuschauer zweifellos immer wieder Fragen, die er unbedingt loswerden möchte, inhaltliche Aufhänger, an denen er sich beteiligen soll und Assoziationen, die anregen, neue Genres einzubinden. Unsere Extras geben den Rahmen für Diskussionen, außertheatrale Formate und Unterhaltung der besonderen Art. Theater und Publikum rücken näher zusammen!
Vis-à-Vis. Theater und Kirche im Gespräch Theater und Kirche haben einiges gemeinsam: Auf einer Bühne oder eben der Kanzel werden brennende Themen verhandelt, ein Publikum lauscht und nimmt am Geschehen teil, bestimmte Rituale strukturieren den Ablauf und am Ende nehmen hoffentlich alle Beteiligten etwas Gewinnbringendes für Geist und Seele mit nach Hause. Diese Gemeinsamkeiten haben das Landestheater Detmold, die Lippische Landeskirche und die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Detmold-Ost dazu animiert, eine Kooperation einzugehen, die nun schon seit drei Jahren währt. Auch in dieser Spielzeit werden sechs Gottesdienste inhaltlich Bezug nehmen auf aktuelle Stücke aus dem Theaterspielplan, die am Freitag oder Samstag vor dem Gottesdienst gespielt wurden. Gemeindemitglieder, Kunst- und Kulturliebhaber, Theaterfans und solche, die es werden möchten, sind herzlich eingeladen, wenn sich Pfarrer aus theologischer Sicht theatralen Themen nähern und Ensemblemitglieder und Dramaturgen die Brücke schlagen zwischen Lebenssinn und Theaterglück.
Madama Butterfly
23.09.2011 | Landestheater | |
Predigt(Burkhard Krebber) | 25.09.2011 | Erlöserkirche |
Die Hochzeit des Figaro
07.10.2011 | Landestheater | |
Predigt(Nils Huchthausen) | 09.10.2011 | Christuskirche |
Die Katze auf dem heißen Blechdach
05.11.2011 | Landestheater | |
Predigt(Tobias Treseler) | 06.11.2011 | Martin-Luther-Kirche |
Theatermarathon 4xAntike
03.12.2011 | Landestheater | |
Predigt(Nils Huchthausen) | 04.12.2011 | Christuskirche |
Die Ratten
17.03.2012 | Landestheater | |
Predigt(Claudia Ostarek) | 18.03.2012 | Erlöserkirche |
Hair
14.04.2012 | Landestheater | |
Predigt(Jochen Schwabedissen) | 15.04.2012 | Erlöserkirche |
Das Comeback des Jahres
05.05.2012 | KASCHLUPP! | |
Predigt(Andreas Mattke) | 13.05.2012 | Christuskirche |
Samson und Dalia
01.06.2012 | Landestheater | |
Predigt(Christa Willwacher-Bahr) | 03.06.2012 | Erlöserkirche |
Die Aufführungen finden jeweils um 19:30 Uhr statt und die Predigten um 10:00 Uhr.
Matinee. Matineen vermitteln einen ersten Eindruck darüber, was Sie demnächst im Theater erwartet. Sowohl inhaltlich als auch ästhetisch werden wohlproportionierte Häppchen gereicht, die gleichzeitig das Besondere einer jeden Inszenierung verraten. Unterschiedliche Beteiligte der Produktion wie Musiker, Schauspieler, Bühnenbildner und Sänger präsentieren Auszüge ihrer Arbeit. Dabei finden diese ausgedehnten Einführungen immer an besonderen Orten außerhalb des Theaters in unterschiedlichen Detmolder Institutionen und Unternehmen statt. Theater begreift sich also nicht als selbstbezogene Kulturnische, sondern als Teil der Stadt und Teil von aktuellen Diskussionen. Der Eintritt ist frei!
Theaterstück | Datum | Ort |
|---|---|---|
Iphigenie auf Tauris | 21.08.2011 | Lippische Landesbibliothek |
Madama Butterfly | 18.09.2011 | Sommertheater |
Die Katze auf dem... | 09.10.2011 | Haus der Immobilie |
Die lustige Witwe | 30.10.2011 | Mercedes Benz Center |
Der goldene Drache | 27.11.2011 | Lippisches Landesmuseum |
Samson und Dalia | 11.12.2011 | Gemeindezentrum, Erlöserkirche |
Schwanensee | 22.01.2012 | Sommertheater |
Die Ratten | 05.02.2012 | Rathaus |
Parsifal | 29.02.2012 | Sparkasse Detmold |
Hair | 01.04.2012 | Mercedes Benz Center |
Der Wildschütz | 10.06.2012 | Gaststätte „ Im weißen Ross" |
Alle Termine finden um 11:30 statt, bis auf die Parsifal- Matinee, die beginnt um 19:30 Uhr.
Künstlerdialoge im Mascialino. Nach der Vorstellung noch offene Fragen, Lust auf ein Glas Wein und gute Gesellschaft? Im kleinen Rahmen können Sie nach ausgewählten Produktionen im Grabbe-Haus zwanglos mit einzelnen Schauspielern und dem Dramaturgen ins Gespräch kommen. Die berühmte vierte Wand zwischen Künstlern und Publikum ist aufgehoben und dem offenen Dialog sind keine Grenzen gesetzt.
Erster Dialog - Freitag, 21. Oktober 2011: Gaby Blum nach „Glückliche Tage"
Nachtcafé. Der Theaterabend ist zu Ende und Sie sind noch nicht müde? Kein Problem - im Nachtcafé können Sie bei einem Glas Wein oder Wasser mit dem Dramaturgen plaudern, Fragen loswerden und einen speziellen Gast kennenlernen, der sich mit der Materie des Stücks besonders gut auskennt. Sei es ein Kriminologe, Tierschützer oder Psychiater – je nachdem, worum es in dem Stück geht, laden wir eine Person vom Fach ein. Lassen Sie sich überraschen!
Gespräch zu | Datum | mit: |
„Die Katze auf..." | 05.11.2011 | Familientherapeuten |
„Die Ratten" | 16.02.2012 | Zoologen bzw. Veterinärmediziner |
„Der goldene Drache" | 01.03.2012 | Restaurantkritiker oder Mitarbeiter des Gesundheitsamtes |
Wort-Reich: Die Lesereihe. Gelesene Worte regen die Phantasie an und rufen Bilder hervor. Tauchen Sie mit uns ein in Wort-Reiche unterschiedlicher Couleur: Krimis, Shortstories, Romane und Gedichte, Geschichten, die jeder kennt und immer wieder gerne hört, sowie Brandneues aus der Feder eines hippen Jungautors – Abwechslung ist garantiert. Passend zum aktuellen Spielplan suchen wir die Texte aus und schaffen eine neue Perspektive auf Autoren, Stücke und Themen. Karten zu 7,– € erhalten Sie an der Theaterkasse.
Sonntag, 9. Oktober 2011, 18 Uhr, Mascialino
Jerome D. Salinger, aus „Neun Erzählungen“
Einer der berühmtesten Eremiten der Welt schuf mit „Der Fänger im Roggen“ ein Stück Weltliteratur. Salingers Erzählungen stehen dem Roman über den jungen Antihelden in nichts nach. Auch sie leben von der genauen Beobachtung einer verlogenen Gesellschaft und den daraus resultierenden Folgen für die Psyche des amerikanischen Volkes. Und wieder zeigt sich: aufregende Geschichten müssen kein großartiges Vokabular haben, um uns zu verzaubern…
Sonntag, 6. November 2011, 18 Uhr, Mascialino
Felicia Zeller „Bier für Frauen“
Mehrere Jahre recherchierte Felicia Zeller in unterschiedlichen Kneipen für diese poetische Verdichtung von Gesprächen stark alkoholisierter Frauen. Herausgekommen sind zahlreiche Berichte aus dem Zwischenreich des Rausches. Kampftrinkerinnen reden sich um Kopf und Kragen, stochern in nebulösen Gedächtnislücken verzweifelt nach Daten und Fakten, um dem Strom des Bewusstseinsallerlei zu entrinnen.
Sonntag, 11. Dezember 2011, 18 Uhr, Grabbe-Haus
Die Bibel – ‚das Beste’ aus dem Alten Testament
Das wohl meist gelesene Buch der Welt bildet das Ausgangsmaterial für unterschiedliche Kunstgattungen, zahllose Romane und historische Bearbeitungen und ist nicht zuletzt Gebrauchsliteratur für jeden guten Christen. Grund genug, sich die Highlights vorzunehmen und den Bogen zu „Samson und Dalila“ zu schlagen. Die Oper nimmt Bezug auf das „Buch der Richter“, das den Abfall des Volkes Israel vom Monotheismus beschreibt. Die daraus resultierende Knechtschaft unter den Philistern wird erst durch Samson aufgehoben.
Sonntag, 22. Januar 2012, 18 Uhr, Mascialino
Geschmackssache – literarische Häppchen über Essen und Fressen
„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, verkündet Bertolt Brechts Ballade „Denn wovon lebt der Mensch“. Schauplatz in „Der goldene Drache“ von Roland Schimmelpfennig ist ein Restaurant – der Ort des Geschehens, des Schlemmens, Spachtelns und Genießens. Was wer wo zu sich nimmt, warum Tim Mälzers Restaurant zwar in Ordnung, aber kein Muss ist und was die Besonderheit der erotischen Kochkunst ausmacht, das erfahren Sie an diesem Abend – literarisch serviert!
Sonntag, 5. Februar 2012, 18 Uhr, Grabbe-Haus
„Tier. Man wird doch bitte Unterschicht“ – heitere Prekariatstexte von Palmetshofer bis Faldbakken
Die Protagonisten aus Gerhard Hauptmanns „Die Ratten“ gibt es heute auch noch, nur nennt man sie anders: Die neue Unterschicht oder das Prekariat. Warum Menschen, die neben vielem anderen auch nicht in der Lage sind, Spaghetti alleine aus dem Topf zu schöpfen, in unserer Gesellschaft keine Chance haben, beschreibt Julia Friedrichs in ihrer Studie: „Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht. Palmetshofer lässt in seiner Arbeits-, Familien- und Provinzstudie verlorene Seelen nach einem Rest Wärme suchen, und Matias Faldbakken nimmt bei seiner Prekariatsschau gar kein Blatt mehr vor den Mund…
Sonntag, 11. März 2012, 18 Uhr, Grabbe-Haus
Von Minne, Gral und tumben Toren – Texte um Ritterehre und Hohe Frauen
„Saget mir ieman, waz ist minne?“ fragt das Lyrische Ich in einem Gedicht von Walther von der Vogelweide. Schon im Mittelalter drehte sich vieles um die Liebe, doch was heute recht leicht zu haben ist, musste man sich damals hart erarbeiten. Nur echte Ritter mit echten Heldentaten hatten ein Recht auf eine Frau aus gutem Hause und die Ritter dementsprechend eben auch kein leichtes Leben. Wie Parzifal müssen sie Grale suchen und sich in zahlreichen Abenteuern erfolgreich darin bewähren, die Schuldigen an Missständen der Weltordnung zur Verantwortung zu ziehen und diese Ordnung wieder herzustellen, auch wenn sie selbst nicht besonders helle sind.
Wort-Reich Extra
18. September 2011, 18.00, Grabbe-Haus
Ingeborg Gleichauf: „Jetzt nicht die Wut verlieren.“
Lesung zum 100. Geburtstag von Max Frisch
Wer bin ich und wer möchte ich sein? – das Spiel mit den Identitäten war für Max Frisch genau wie die großen politischen Fragen, sein Lebensthema. „Andorra“ meint etwa nicht nur Nazideutschland, sondern auch das Duckmäusertum seiner eigenen Heimat, der Schweiz. Genau wie seine Figuren versuchte Frisch sein eigenes Leben als Anordnung, die man so oder auch anders probieren kann.
Samstag, 1. Oktober 2011 / 3. Dezember 2011, 15 Uhr: Vortrag / Einführung / Lesung eines renommierten Altertumswissenschaftlers im Rahmen des „Theatermarathons 4x Antike“
Sonntag, 2. Oktober, 15 Uhr, Grabbe-Haus
Kerstin Specht liest aus ihrem neuen Stück „Orpheus“ „Niemand hat mehr mit ihm gerechnet, dem Kriegsheimkehrer. Er ist nur noch eine Legende in den Köpfen. Odysseus ist zurück in Ithaka. Odysseus ist zurückgekommen, um aufzuräumen. In seiner Phantasie gab es jeden Tag mehr Männer, die Penelope umwarben. Alte, Dicke, Junge, Schöne. Sie vermehrten sich in jeder Nacht, in der er an seine Frau dachte. Er wird aufräumen, da hat sich einiges angesammelt, klar. Sie haben sich alle bedient.“
Sonntag, 20. November 2011, ab 23 Uhr bis Montag, 21. November, 1 Uhr
„Die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war.“ – Lesung zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist
Wie man sich in der Welt zurechtfinden soll, das hat Kleist sein Leben lang ausprobiert: als Soldat, als Dichter, als Verlobter, und auch seine Figuren arbeiten sich an unterschiedlichen Lebensmodellen ab. Kaum ein Rezept hilft, Gerechte werden zu wütenden Rächern, Liebende zu Kämpfenden und somnambule Vaterlandsverteidiger handeln gegen die Vorschriften. Wie kein anderer schafft es Kleist, mit seiner Sprache dem Unaussprechlichen, den Sprachwirren des modernen Menschen auf den Grund zu gehen.
Sonntag, 4. Dezember 2011, 18 Uhr, Grabbe-Haus
Lesung: Raoul Schrott „Ilias“ Raoul Schrott wirft in seiner Übersetzung der Ilias neue Schlaglichter auf das Epos, die den Fokus weniger auf die mündliche Überlieferung, als auf neu entdeckte Bezugstexte richten. Dabei lüftet er große Geheimnisse und erklärt, wer Homer wirklich war und warum der Schauplatz der `Ilias` nicht Troja war.
MITREDEN – Das Publikumsgespräch
Das Spektakel ist aus, aber Ihre Emotionen kochen hoch? Sei es, dass Sie das Regiekonzept abgeschreckt hat oder der Text unverständlich war, Sie die Hauptdarstellerin ganz entzückend fanden und sie das wissen lassen möchten: Im Publikumsgespräch gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Beschwerden loszuwerden und Liebeserklärungen zu machen. Hier können kundige Dramaturgen gelöchert und die Schauspielerin von Nahem beäugt werden. Interessante Themen werden vertieft und weitergeführt, ganz nach Belieben!
Publikumsgespräche Foyer- Restaurant: | Datum | Jahr |
|---|---|---|
Iphigenie auf Tauris | 02. September | 2011 |
Madama Butterfly | 15. Oktober | 2011 |
Schwanensee | 29. Januar | 2012 |
Hair | 27. April | 2012 |
Der goldene Drache | 31. Mai | 2012 |
Samson und Dalia | 21. Juni | 2012 |
Publikumsgespräche Grabbe-Haus: | Datum | Jahr |
|---|---|---|
Philoktet | 28. Oktober | 2011 |
Wenn ich was anderes machen würde... | 18. November | 2011 |
Nathan der Weise | 15. Dezember | 2011 |
Geschlossene Gesellschaft | 06. März | 2012 |
BO – Die öffentliche Bühnenorchesterprobe
Solisten, Chor und Orchester proben auf der Hauptbühne für bevorstehende neue Musiktheater- Produktionen – und wir laden Sie zu ausgewählten Probenbesuchen ein. Die öffentliche BO findet an einem Werktag in der Woche vor dem Premierentermin statt, um 18.00 Uhr geht es los mit einer Einführung, dann erhält man einen direkten Einblick in die Arbeitsweise des Musiktheaters. Der Besuch ist kostenlos.
Bühnenorchestorprobe Landestheater | Datum | Uhrzeit |
|---|---|---|
Madama Butterfly | Montag, 19. September 2011 | 18:00 Uhr |
Samson und Dalia | Montag, 12. Dezember 2011 | 18:00 Uhr |
Führungen. Was ist der Schnürboden? Wie werden Bühnenplastiken kaschiert? Und welche Aufgabe hat der Inspizient? Diese und andere Fachfragen rund ums Theater beantworten Ihnen Kenner des Theaters während einer Führung durch das Haus. Bitte um Anmeldung (für Gruppen) unter 05231 / 974-646 oder gleichauf@landestheater-detmold.de. Kosten: 3,- EUR (ermäßigt 2,- EUR) pro Person.
Landestheater Detmold GmbH / Theaterplatz 1 / 32756 Detmold / Tel. 05231/974-60 / Fax 05231/974-701 / info(at)landestheater-detmold.de