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Diener zweier Herren

Wiederaufnahme

Vollbeschäftigt, aber mittellos: Truffaldino ist schlicht und einfach unterbezahlt. Trotz emsiger Arbeit als treuer Diener kommt doch so gut wie nichts in den stets hungrigen Magen. Also macht er's wie andere: Er sucht sich einen Zweitjob. Da ungünstigerweise beide Dienstherren im gleichen Gasthaus logieren, fällt es schwer, das doppelte Arbeitsverhältnis geheimzuhalten. Florindo, Truffaldinos neuer Brötchengeber, ist Flüchtling aus Venedig und Beatrice, die eigentliche Chefin Truffaldinos, reist ihrem Liebsten Inkognito hinterher. Zufällig wohnen sie nun Tür an Tür. Besorgt um seine Einnahmen, trickst Truffaldino mit gewagten Lügen und immer neuen Kapriolen. Schließlich behauptet er sogar, dass der jeweils andere sei tot. Als aber beide Liebenden dann doch zusammenfinden, wird Truffaldino ein unerwartet reizvoller Lohn zuteil.

Goldonis 1746 erstmals aufgeführtes Stück gilt dank seiner auf der Basis der Commedia dell'arte entwickelten Ingredienzien Slapstick, Aberwitz, Tempo, Spannung und Romantik als Musterbeispiel des Komödiengenres.

 

Inszenierung: Martin Pfaff

 

Wiederaufnahme: Freitag, 17. August 2012

Kritiken

Laut und überdreht lässt Martin Pfaff in Goldonis "Diener zweier Herren" sein Ensemble im Hoftheater über den Laufsteg hasten. Tolle Darsteller kompensieren den Verlust emotionaler Zwischentöne.

[...] Dass die Bühne eigentlich keine solche ist, sondern eher einem kniehohen Laufsteg gleicht, der um die Zuschauerreihen herum und zwischen ihnen hindurch führt, verändert die Sicht auf das Geschehen nicht nur perspektivisch. Denn die Schauspieler sind dadurch nicht mehr "die da oben", sondern, so mittendrin, fast auf Augenhöhe mit dem Publikum. Und mit der räumlichen Distanz sinkt zugleich der Respekt. Das ist gut so, weil es die Interaktion forciert: Nicht nur als eine Dame von ihrer Sitzbank aus das Vorhaben des Silvio, seine Geliebte zu töten, mit den Worten "Überleg dir das noch mal!" kommentiert, erweist sich dieser Umstand als erheiternder Bestandteil. Auch bringt der ungewöhnliche Bühnenaufbau viel Bewegung und Tempo: Die Szenerie wirkt oftmals viel lebendiger, als sie dies auf einer klassischen Bühne sein könnte. So wird die Belastung Truffaldinos durch seine Doppelbeschäftigung erlebbar, wenn der bemitleidenswerte Diener von einer Bühnenseite zur anderen hetzen muss, um die Wünsche seiner Dienstherren erfüllen zu können. Und in einer Szene, in der Gemüse und Obst über die Zuschauerköpfe hinweg fliegen, wird der Schwung des Stückes fast greifbar. [...] Herausragend ist die Leistung von Robert Andrej Augustin, der den Truffaldino derart überzeichnet, dass Mimik und Gestik manchmal wie aus einem guten Comic geschnitten wirken. Ein Liebling der Zuschauer ist auch Recardo Koppe in der Rolle des "Silvio": Er gibt einen weinerlicher Verlierer - der offenbar prächtig als Identifikationsfigur taugt.

 

Lippische Landes-Zeitung

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Besetzung

Regie
Martin Pfaff

Ausstattung
Ines Alda

Dramaturgie
Carolina Gleichauf / Christian Katzschmann

 

Pantalone
Markus Hottgenroth

Clarice
Jenny-Ellen Riemann

Dottore
Stephan Clemens

Silvio
Christoph Gummert

Beatrice
Ewa Rataj

Florindo
Martin Krah

Brighella
Joachim Ruczynski

Smeraldina
Kerstin Klinder

Truffaldino
Robert Andrej Augustin

Koch, Kofferträger 1 und 2
Jakob Köhn

 

Regieassistenz
Jakob Köhn

Soufflage
Lydia Voigt

Inspizienz
Elke Wittek

 

Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge.
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