Landestheater Detmold

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Die Walküre

Erster Tag des Bühnenfestspiels 'Der Ring des Nibelungen'

Wiederaufnahme

Walhall, der Göttersitz, wurde erkauft mit dem erst den Rheintöchtern und dann Alberich entrissenen Gold, das nun Fafner als Besitz hütet - nachdem im „Rheingold“ die Grundlagen des „Ring“-Dramas gelegt wurden, beginnt in der WALKÜRE mit eindrucksvoller kammerspielartiger Dichte und dramatischer Folgerichtigkeit ein neuer Handlungsabschnitt. Nicht die Götter bestimmen das Geschehen, menschliches Handeln und Fühlen erlangt schicksalhaft Geltung. Im Zentrum steht das von Göttervater Wotan gezeugte Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde. Siegmund, hofft Wotan, soll als freier Held, ungebunden durch Verträge, den Ring von Fafner erringen und den Rheintöchtern zurückgeben. So könnte die alte Weltordnung wiederhergestellt werden. Für Wotans Frau Fricka ist das eine Schimäre, denn gerade Siegmund habe sich durch die inzestuöse Beziehung zu Sieglinde als Gesetzesbrecher erwiesen und den Tod verdient. Sie erzwingt von Wotan den Eid, seinen Sohn für den Fortbestand der Götter zu opfern, deren Erlösung er sich gerade durch Siegmunds Taten erhoffte. Die Walküre Brünnhilde aber, Halbschwester des Zwillingspaares, widersetzt sich Wotans Plan.

"Der Ring des Nibelungen" wird gefördert durch

Kritiken

Pressestimmen zu „Die Walküre“

 „Die Walküre“ wurde zum furiosen Etappensieg. Eine Überraschung. Die kammerspielhafte Konzentration der Kräfte erwies sich als „Glücksfall in jedem Punkt“. 
An die Stelle mythischer Allgewalt tritt eine „Ring“- Parabel von erzählerischer Direktheit. Ein Glücksfall in jedem Punkt.
In Detmold ist tatsächlich ein Ensemble zu bestaunen, dem das Zwei-Ränge-Haus akustisch wie angegossen passt. Mit Erich Wächter dirigiert ein Wagner-Spezialist, der den Ring schlüssig und flüssig in Gang bekommt, wie der Verfasser es jahrelang nicht erlebte.
Wie Detmold beweist, bieten Wagner-Aufführungen in akustischer Nahsicht auch musikalischen Erkenntnisgewinn. Mit Johannes Harten prunkt als Siegmund ein Tenor mit Deklamationskraft und bohrenden Spitzentönen. Er singt in Detmold sonst von Max oder Arturo („Lucia di Lammermoor“) bis zur Sternschnuppe in „Frau Luna“ alles, was Tenorbeine hat. 
Für ihn und für die Sieglinde der Brigitte Bauma hatte man die „Walküre“ ursprünglich angesetzt. Ist Frau Bauma mal krank, so wechselt Sabine Hogrefe kurzerhand von Brünnhilde zur Sieglinde herüber – und macht mit glutenden Untertönen und erotischer Höhe beste Figur.
Für die Walküre selbst checkt dann Ingeborg Zwitzers ein, die am Vorabend die Tante in Ermanno Wolf-Ferraris „Vier Grobianen“ in Pforzheim sang. Willkommen an deutschen Landesbühnen! Zwitzer ist eine gleißend-helle, aus Schreien und Flüstern kunstvoll kombinierte Ingmar Bergman-Brünnhilde. Daneben klingt Urs Markus als Wotan, mit Silbertolle und Gentleman-Bass wie ein soignierter Alt-Siegfried. Vladimir Miakotine (Hunding) und Fricka als Tschechow´sche „Dame ohne Hündchen“ (Angelika Kirchhof) entfalten ein Wagner-Kammerspiel, einen Psycho-Nahkampf à  la „Wälsungenblut“, wie man sich das an großen Häusern oft wünscht – aber nur selten geboten bekommt.
(Opernwelt)

 Das Detmolder Publikum zeigt seinen Stolz über die formidable Vorstellung „ihres“ Theaters mit enthusiastischem Applaus.
Petra Mollérus baut eine kommunikativ-deutbare Bühne, verzichtet auf spektakuläre Akzente, vermittelt Enge der Räume und Widersprüche von Historie und metaphorischer Realität.
Beeindruckend die sänger-darstellerischen Leistungen des Detmolder Ensembles: Johannes Harten und Brigitte Bauma als tief einnehmendes Zwillingspaar, stimmlich prägnant und phrasierungsreich; Runi Brattaberg als durchaus ambivalenter Hunding; Angelika Kirchhof als konsequente Fricka; Sabine Hogrefe gibt der Brünnhilde eine leidenschaftlich-menschliche Stimme und Urs Markus ist als Wotan ein gebrochener Gott mit enormer stimmlicher Präsenz. Die Walküren sind eine musikalisch vibrierende Gruppe, fantastisch abgestimmt.
Das Orchester des Landestheaters Detmold spielt in gelungener Instrumentierung unter Erich Wächter mit animierender Spielfreude (...) und liefert einen hörenswerten Wagner-Klang.
(Opernnetz)

Gesungen wurde mit großer Überzeugungskraft in jeder Partie.
(Die Deutsche Bühne)

Trotz des nur 54 Musikern Platz bietenden Grabens, vermisste man beim vor allem in den Streichern sehr reduzierten Orchester weder Klangschönheit noch Klangfülle, Poesie oder höchste Dramatik, die aber nie die Schmerzgrenze erreichte. 
(Der Neue Merker)

Hin- und mitreißend war die musikalische Qualität dieses grandiosen Auftakts.
Erich Wächter, in dessen Händen die musikalische Leitung dieses Riesenwerks lag, schaffte Momente von bedrückender Dichte: ausgewogen in den Tempi, stimmig in der Dynamik, expressiv im Ausdruck dieser stark emotionalen Musik. Spannungsgeladene Passagen gelangen ebenso wie die hauchzarten lyrischen. Die Streicher, besonders die Celli, entfalteten einen wunderbar warmen Klangteppich, und die Holzbläser verliehen dem heimlichen wie dem unheimlichen Elend eine anrührende Sprache. Die Sänger – alle Debütanten in ihren Partien bis auf Urs Markus (Wotan) – wurden vom Orchester getragen, niemals überdeckt. So konnten sie ihre stimmlichen Möglichkeiten voll entwickeln.
Den Rausch, den der „Ring“-Zyklus früher oder später auslöst, er stellte sich schon am ersten Abend der Tetralogie ein, und zwar schon weit bevor die letzten Töne des Feuerzaubers verklangen.
(Lippische Landes-Zeitung)

Szenisch und musikalisch gut disponiert; frenetischer Jubel für Premiere der „Walküre“ im Landestheater
Richard Wagners Musik klingen lassen und dem Zauber des Werkes vertrauen, das ist sein Erfolgskonzept, das an vielen Stellen auf geradezu wunderbare Weise aufgeht.
Der frenetische Jubel für [Erich Wächter] und das Orchester: eine Genugtuung. Doch auch szenisch gelingt vieles mehr als zufrieden stellend. 
Gesungen wird überaus gut.
Ein insgesamt überzeugender „Ring“- Auftakt.
(Lippische Landes-Zeitung)

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Besetzung

Musikalische Leitung
Erich Wächter

Inszenierung
Kay Metzger

Ausstattung
Petra Mollérus

Choreografie
Richard Lowe

Dramaturgie
Elisabeth Wirtz

 

Siegmund
Johannes Harten

Hunding
Dirk Aleschus

Wotan
Ralf Lukas

Sieglinde
Brigitte Bauma

Brünnhilde
Sabine Hogrefe

Fricka
Monika Waeckerle

Helmwige
Karen Fergurson

Gerhilde
Marianne Kienbaum-Nasrawi

Ortlinde
Beate von Hahn

Waltraute
Monika Waeckerle

Siegrune
Rita Gmeiner

Roßweiße
Gritt Gnauck

Grimgerde
Uta Christina Georg

Schwertleite
Evelyn Krahe

 

Regieassistenz
Christian Jérôme Timme

Inspizienz
Marco Struffolino

Soufflage
Dietlind Eger

 

Symphonisches Orchester, Ballett, Statisterie des Landestheaters Detmold

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