Landestheater Detmold

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Die Hochzeit des Figaro

Commedia per musica in vier Akten

Wiederaufnahme

Figaro, der Verwalter des Grafen Almaviva, plant seine Hochzeit mit der Kammerzofe Susanna. Am Tag der Vermählung möchte sich der Graf jedoch das Recht der ersten Nacht zu eigen machen und Susanna vor dem Ja-Wort verführen. Er setzt alles daran, die zukünftige Braut zu erobern, und wird bei seinen Intrigen von dem Arzt Bartolo und der Wirtschafterin Marcellina unterstützt. Von nun an bestimmen allerlei Verwechslungen und Missverständnisse das Stück. Am Ende allerdings kann der Betrug des Grafen aufgedeckt und verhindert werden. Für den Figaro-Stoff, eine vertrackte, wort- und intrigenreiche Konversationskomödie, komponierte Mozart grandiose theatertaugliche Musik, die das Denken, Fühlen und Handeln der Charaktere sensibel und ausdrucksstark erfasst und kommentiert. 

Kritiken

Glänzend gesungen, gespielt und randvoll mit turbulenter Situationskomik: „Die Hochzeit des Figaro“ hat sich bei der Premiere als rundum gelungenes Vergnügen erwiesen.

Schon der für einen Adressaten in Sevilla bestimmte, als Bühnenvorhang gestaltete Brief weist auf den munteren Austausch dieser geheimen Botschaften hin, der sich durch den gesamten  Abend  zieht. Denn gefährliche Liebschaften, 
wie sie vom Adel bis in die niederen Stände praktiziert werden, kommen ohne diese Requisiten nicht aus. [...] Hinrich Horstkotte hat sich in seiner dritten für das Landestheater gestalteten Mozart-Oper nochmals selbst übertroffen. Ausstattung und Personenführung sind ein wahrer Augenschmaus. Lyrische Szenen, in romantisches Licht getaucht, wechseln mit ständigem Gewusel und Krawall, bei dem auch einmal geschnattert und gekreischt wird. 
Auch bei der Musik nehmen es Erich Wächter und das mit schwebender Leichtigkeit aufspielende Orchester nicht immer ganz ernst. In die Figaro-Klänge mischt sich mehrfach Don Giovanni ein, Wagner ist mit dem Brautchor aus „Lohengrin“ dabei und auch die Vorgeschichte wird kurz mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ zitiert. Einmal huscht sogar ein ver-irrter Zauberflöten-Papageno durch die Dunkelheit.
„Wenn die Liebe Flügel hat, warum soll sie da nicht flattern“?  heißt es in der Libretto-Vorlage des Beaumarchais. So 
ist der von Andreas Jören trefflich charakterisierte Graf Almaviva am Ende treu wider Willen. Nur ein Zufall rettet die oft  
hintergangene Gräfin (prächtig: Marianne Kienbaum-Nasrawi) vor dem Charme des androgynen Pagen Cherubin, den Britta  Strege  mit  irrlichterndem  Flair  ausstattet.  Als  geheime Beherrscher der Liebes-Intrigen profiliert sich das hier 
einmal wirklich junge Paar Figaro und Susanna – er ein eleganter, schlauer Revoluzzer, sie die listenreiche und erfahrene Kammerzofe. Bryan Boyce und Catalina Bertucci überzeugen mit stimmlichen und darstellerischen Qualitäten gleichermaßen. Auch die kleineren und kleinsten  Rollen sind scharf profilierte Charakterstudien. Da sind die zickige Marzelline(Brigitte Bauma), die mit einer Susanna-Frisur ihren Jugendwahn auslebt, und der gravitätische  Doktor Bartolo  (Il Hong), beide Eltern eher wider Willen. Köstlich der intrigante Musiklehrer Basilio von Markus  Gruber, der  versoffene Gärtner Antonio (Torsten Lück) und der gravitätisch stotternde Richter Don Curzio (Michael Klein). Und Larissa Neudert vermag der winzigen Rolle der verhuschten Barbarina einiges abzugewinnen. Wenn sich zum Schluss das Papier zu amorphen Formen der  Natur  in  einem  zauberischen Irrgarten wandelt, dürften  die  Liebes-Intrigen  für diesen einen „tollen Tag“ ihr Ende gefunden haben. Denn demonstrativ wird verkündet: „Alle  sind  zufrieden.“  Wer‘s glaubt. 

Lippische Landes-Zeitung

 

Audio-Spot zur Inszenierung 

 

Ovationen für eine stimmige Aufführung

[...] [Das Landestheater Detmold] hatte das große Glück, in Hinrich Horstkotte ein Rundum-Talent zu finden, das für die Inszenierung und die Ausstattung gleichermaßen professionell sorgte. Das praktikable Bühnenbild mit Schriften und Noten und die reizvollen, teilweise sehr witzigen Kostüme, ergänzt durch fantasievolle Masken und Frisuren, boten dem Auge ständig Abwechslung, trugen zum gelingen dieses wahrhaft tollen Tages bei. [...]

Man hatte ein hervorragendes Solisten-Ensemble zur Verfügung. In den Titelpartien Susanna und Figaro begeisterten Catalina Bertucci mit leicht ansprechendem Sopran sowie James Tolksdorf mit sonorem, tragfähigem Bariton. [...]

Zu musikalischen Höhepunkten gerieten die schwierigen Finalszenen, in denen sich die Sänger zu größtem Einsatz aufschwangen. Die dreienhalbstündige Aufführung ging wie im Fluge dahin und wurde immer wieder mit Szenenbeifall, am Schluss mit lang anhaltenden Ovationen gewürdigt. [...]

Deister- und Weserzeitung Kultur

 

[...] Hinrich Horstkotte erzählt die Geschichte der Tumulte im Almaviva-Biotop – verzichtet auf psychologische Analyse, ignoriert die vorrevolutionäre Botschaft. Aber: Das turbulente Geschehen provoziert lustvolles Nachdenken über die Beziehungen des „Personals“ in ihren je unterschiedlichen Abhängigkeiten – und kratzt permanent an den quasi unverrückbaren feudalen Spielregeln. Dazu werden die Rezitativ-Passagen zu spielerischen Divertimentos voller Witz.

[...] Andreas Jören gibt den Almaviva als obsolet-giftenden Patriarchen mit ausdrucksstarkem Bariton; James Tolksdorf ist der pfiffige Gegenspieler als sängerisch überzeugender Figaro. Marianne Kienbaum-Nasrawis Gräfin interpretiert mit ihrem kultivierten Sopran Liebe, Leid und Hoffnung; Britta Strege ist als emotionaler Cherubino als verkannter jugendlicher „Poet“ stimmlich variabel. Mit Brigitta Bauma ist eine durchaus lebenskluge Marzelline zu erleben – stimmlich immer auf dem Punkt, mit gekonnter Phrasierung. Dirk Aleschus beeindruckt mit markiger Stimme als rächender Bartolo. Markus Gruber als intriganter Basilio, Michael Klein als Don Curzio, Gregor Loebel als tölpelhafter Antonio und Sarah Davidovic als niedliche Barbarina vervollständigen das so selbstbewusst-kompetente Detmolder Ensemble.

Unter dem aufmerksamen Erich Wächter – mit permanenten Hinweisen auf die Bühne – entwickeln die Musiker des Symphonischen Orchesters einen nachgerade enthusiasmierenden temporeichen, lebhaften Mozart-Klang. [...]

Franz R. Stuke für opernnetz.de

 

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Besetzung

Musikalische Leitung
Erich Wächter

Regie
Hinrich Horstkotte

Ausstattung
Hinrich Horstkotte

Chor
Marbod Kaiser

Dramaturgie
Elisabeth Wirtz

 

Graf Almaviva
Andreas Jören

Gräfin Almaviva
Marianne Kienbaum-Nasrawi

Susanna
Catalina Bertucci

Figaro
James Tolksdorf

Cherubino
Britta Strege

Marcellina
Brigitte Bauma

Basilio
Markus Gruber

Don Curzio
Michael Klein

Bartolo
Dirk Aleschus

Antonio
Gregor Loebel / Torsten Lück

Barbarina
Sarah Davidovic / Larissa Neudert

1. Mädchen
Sarah Davidovic / Larissa Neudert

Ein Mädchen
Annette Blazyczek / Christine Friedek-Dwornik

Cembalo
Emiliano Greizerstein / Felix Lemke

 

Regieassistenz
Sebastian Gruner

Inspizienz
Marco Struffolino

Soufflage
Dietlind Eger

 

Symphonisches Orchester, Chor, Statisterie des Landestheaters Detmold

 

Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge.
Änderungen vorbehalten!

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