Landestheater Detmold

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Heinrich von Kleist

Das Käthchen von Heilbronn

Ein großes historisches Ritterschauspiel

Ein großes historisches Ritterschauspiel von Heinrich von Kleist

Premiere 10.03.2017

Seit der ersten Begegnung mit Graf Wetter vom Strahl folgt das junge Käthchen dem Ritter mit Inbrunst und bedingungslos überall hin. Er aber will von ihr nichts wissen - sie ist nicht von seinem Stand. Ihm wurde prophezeit, er werde einst eine Tochter aus kaiserlichem Hause heiraten.

Als Käthchens Vater den Grafen anklagt, seine Tochter mit Magie an sich zu binden, spricht diesen ein Femegericht vom erhobenen Vorwurf frei. Der Graf, der irrtümlich Kunigunde von Thurneck als seine Auserwählte ansieht, verschmäht Käthchen weiterhin. Doch diese beharrt auf ihrem Begehren, ihrem unerschütterlichen Gefühl. Und schließlich kommen ihr nicht nur höchste irdische, sondern auch himmlische Mächte zu Hilfe.

Die Mischung aus Ritterdrama, Schauerroman und Legende macht das 1810 entstandene Stück zu einem der faszinierendsten und rätselhaftesten Werke Kleists. Reales steht neben Phantastischem, verlässliche Ordnungen geraten ins Wanken, Überzeugung und Zweifel sind in ständigem Widerstreit, und auch das Happy End der märchenhaften Liebesgeschichte ist eines unter Vorbehalt: Ist die Liebe die letzte Utopie?

 

Inszenierung: Kay Metzger

Bühne: Jörg Kiefel
Kostüme: Torsten Rauer

 

Einführungsmatinee: Sonntag, 5. März 2017, 11.30 Uhr, Ahnensaal des Schlosses Detmold


Premiere: Freitag, 10. März 2017, 19.30 Uhr, Landestheater

Kritiken

Drei mentale Grenzgänger, am seelischen Abgrund balancierend, stehen im Mittelpunkt einer kruden Mischung aus Schauergeschichte, Ritterroman und poetischen Traumvisionen. Am Freitagabend hat das Stück "Käthchen von Heilbronn" eine gefeierte Premiere erlebt. Intendant Kay Metzger und Chefdramaturg Dr. Christian Katzschmann haben das Bühnenwerk von Heinrich von Kleist rigoros von sämtlichen Nebensträngen befreit und auf knapp drei Stunden Spieldauer gekürzt.

(...) Der Schauspielkunst von Markus Hottgenroth als Käthchens zwischen Hilflosigkeit und Aggressivität schwankender Vater ist der gute Verlauf zu verdanken. Düstere graue Mauerwände nähern sich immer wieder auf bedrohliche Weise und spiegeln damit das seelische Gefängnis der Burgbewohner. Auf der von Jörg Kiefel geschaffenen Bühne agieren verlorene Menschen in Kostümen, für die Torsten Rauer Anleihen in verschiedenen Epochen gemacht hat.

Wer hier lebt, ist fast bereits zum Gespenst geworden. Und auf bestem Wege dazu scheinen die drei Protagonisten zu sein. Wie Verlorene umkreisen Graf Wetter vom Strahl und Käthchen einander, fallen immer wieder in einen der Trance ähnlichen Schlaf. Hartmut Jonas tobt berserkerhaft, träumt wie der Prinz von Homburg und fällt übergangslos in einen Taumel der Glückseligkeit. Nicola Schubert schafft es, Somnambules und Zielstrebigkeit - auch im Mauerschieben - in einer Person zu vereinen.

(...) Dritte(r) im Bunde ist Kunigunde von Thurneck. Ein geschickter Schachzug der Regie lässt die von Kleist eher grotesk angelegte Figur als tragische Drag-Queen auftreten. Lukas Schrenk strahlt als adlige Dame eine Faszination aus, der sich der Graf nicht entziehen kann. Aufgewertet werden auch die Rollen der Zofe Rosalie, mit der sich Karoline Stegemann gegen die starke Bühnenpräsenz von Natascha Mamier als Haushälterin Brigitte behauptet. Und Holger Tessmann behält als Faktotum Gottschalk immer den Überblick. Sogar gelächelt wird im Publikum, als Henry Klinder in der Rolle des Kaisers augenzwinkernd seine kurze, späte Beichte ablegt.

Poetisch-träumerisch ist der Anfang, in dem die Schläfer erwachen, sich leise tastend berühren und auseinander gehen. Hier tritt zum ersten Mal die nur in den Traumerzählungen des Werks präsente Gestalt des Cherub als telepathischer Mittler der Liebenden auf. Tenor Ewandro Stenzowski begleitet das Geschehen mit Schumann-Liedern, die punktgenau den Geist des Werks treffen. Wenn die kaiserliche Herkunft Käthchens aufgedeckt ist, steht einer standesgemäßen Verbindung nichts mehr im Wege. Doch wie eine Partnerschaft zwischen zwei derart am Rande des Wahnsinns taumelnden Gestalten aussehen wird, mag man sich lieber nicht vorstellen. Aber es handelt sich ja nur um ein Märchen.

Lippische Landes-Zeitung

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Besetzung

Inszenierung
Kay Metzger

Bühne
Jörg Kiefel

Kostüme
Torsten Rauer

Dramaturgie
Christian Katzschmann

 

Der Kaiser
Henry Klinder

Friedrich Wetter, Graf vom Strahl
Hartmut Jonas

Gräfin Helena, seine Mutter
Kerstin Klinder

Gottschalk, sein Knecht
Holger Teßmann

Brigitte, Haushälterin im gräflichen Schloss
Natascha Mamier

Kunigunde von Thurneck
Lukas Schrenk

Rosalie, ihre Kammerzofe
Karoline Stegemann

Theobald Friedeborn, Waffenschmied aus Heilbronn
Markus Hottgenroth

Käthchen von Heilbronn
Nicola Schubert

Maximilian, Burggraf von Freiburg/ Der Rheingraf vom Stein, Verlobter Kunigundens
Hubertus Brandt

Georg von Waldstätten/ Eginhardt von der Wart
Jürgen Roth

Räte des heimlichen Gerichts
Hubertus Brandt / Jürgen Roth / Holger Teßmann

Cherub
Ewandro Stenzowski

musikalische Begleitung
Boram Ahn / Sachie Furuya

 

Autor
Heinrich von Kleist

 

Regieassistenz
Romy Dins

Inspizienz
Elke Wittek

Soufflage
Lydia Voigt

 

Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge.
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