Landestheater Detmold

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Die Katze auf dem heißen Blechdach

Premiere 14.10.2011

Der steinreiche Großgrundbesitzer "Big Daddy" Pollitt feiert seinen 65. Geburtstag. Außer ihm und seiner Frau wissen alle von seiner unheilbaren Krebserkrankung, beim Zusammentreffen der Generationen beginnt in geheuchelter Partylaune die Auseinandersetzung um das Erbe. Neid, bisher unausgesprochene Schuldzuweisungen und Vorwürfe lassen die Fassade der vorgeblich perfekten Familie zerbröseln. Der älteste Sohn Gooper, ein von Ehrgeiz getriebener Jurist mit Frau und fünf Kindern, möchte den jüngeren Bruder Brick vom Erbe ausschließen. Dieser hat sich nach einer gescheiterten Karriere als Footballprofi und dem Tod seines Jugendfreundes in Alkohol, Welt- und Selbstekel geflüchtet. Seine Frau Maggie kämpft unbeirrt um ihre Ehe und vertritt Bricks Interessen, doch begegnen alle ihr, der Kinderlosen, nur mit Verachtung. Schließlich ist es Brick, der nach all den Lügen und verheimlichten Aversionen die Zeit für die bitteren Einsichten gekommen sieht. Aber "wer kann der Wahrheit schon ins Gesicht sehen?"

Die Souveränität, mit der Tennessee Williams das Psychogramm eines durch (Selbst-)Täuschungen und verlogene Moral geprägten Familienlebenszeichnet, macht "Die Katze auf dem heißen Blechdach" - 1955 uraufgeführt und später mit Paul Newman und Elizabeth Taylor prominent verfilmt - zu einem der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Dramatik.

Inszenierung: Wolfgang Hagemann

 

Einführungsmatinee: 9. Oktober 2011,

Haus der Immobilie

 

Vis-à-vis: 6. November 2011, 10.00 Uhr,

Ev.-luth. Martin-Luther-Kirche, Schülerstr. 14,

Kirchenrat Tobias Treseler

 

Kritiken

"[...] Unter der Regie von Wolfgang Hagemann agieren die exzellenten Darsteller in der im Kühlen Stil eines erfolgreichen Geschäftsmannes gestalteten Bungalow-Atmosphäre der 1950er Jahre. [...] Von Anfang an überzeugt Ewa Rataj in ihrem fast als Monolog angelegten großen Auftritt. Ihre Magie ist die einzige im Spiel, die ihre Situation zu analysieren vermag. Lebenshungrig und verzweifelt versucht sie, der Gefangenschaft zu entkommen. An ihrer Seite liefert Markus Hottgenroth die beklemmende Studie eines Mannes, der nicht zuletzt aus uneingestandener Homosexualität zum Alkoholiker geworden ist. Großartig gibt Henry Klinder den Übervater "Big Daddy", der nur scheinbar meint, alles im Griff zu haben. Als Gattin "Big Mama zelebriert Kerstin Klinder hysterisch Munterkeit, hinter deren Fassade blanke Verzweiflung lauert. Der zweite Sohn versucht als Anwalt den Erbschaftsstreit bereits vor dem Ableben des Patriarchen zu seinen Gunsten auszulegen. Ganz in Ordnung ist das aus der Sicht seiner Ehefrau Mae, die sich trotz Babybauch und vierfacher Mutter als mädchenhafte Naive geriert. Um die Illusion ihrer heilen Welt zu retten, unternimmt Maggie einen letzten Versuch.

Doch ein Kind als Ehekitt hat noch nie funktioniert. So bleibt es bei einem zutiefst verlogenen, rosafarbenen Happy-End im Stil früher Hollywood-Schmonzetten - ein vergifteter Abschluss eines starken Abends."

 

Lippische Landes-Zeitung

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Besetzung

Regie
Wolfgang Hagemann

Ausstattung
Oliver Kostecka

Dramaturgie
Christian Katzschmann

 

Margaret
Ewa Rataj

Brick
Markus Hottgenroth

Mae
Anna Katharina Schwabroh

Big Mama
Kerstin Klinder

Big Daddy
Henry Klinder

Reverend Tooker
Recardo Koppe

Gooper
Philipp Baumgarten

Doktor Baugh
Joachim Ruczynski

 

Regieassistenz
Anna Drechsler

Inspizienz
Elke Wittek

Soufflage
Lydia Voigt

 

Statisterie des Landestheaters Detmold

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